{Gelesen} Simon R. Green: Schattenspiele

Originaltitel: Everybody comes to the Nightside
Übersetzer*innen: Oliver Hofmann
Taschenbuch, 630 Seiten
Feder&Schwert, 2016
ISBN: 978-3-86762257-8
Geschichten aus der Nightside #1- #3 (Sammelband)
Goodreads

Klappentext:
Mein Name ist Taylor, John Taylor. Auf meiner Visitenkarte steht Privatdetektiv, aber eigentlich bin ich Experte im Wiederauffinden von Verlorenem. Das ist Teil meiner Gabe, meines Geburtsrechts als Kind der Nightside.
Die Nightside, das heiß zweieinhalb Quadratkilometer Hölle mitten in London, wo es immer drei Uhr morgens ist, wo man mit Mythen spazierengehen und mit Monstern zechen kann. Wo nichts so ist, wie es scheint – aber alles möglich.
Mir ist es vor langer Zeit mit knapper Not gelungen, mit heiler Haut und einigermaßen intaktem Verstand von dort zu fliehen. Jetzt verdiene ich mein Geld auf den sonnenbeschienenen Straßen Londons.
Doch die Geschäfte liefen in letzter Zeit schlecht, also sagte ich nicht nein, als Joanna Barrett bei mir auftauchte, mich bat, ihre ausgerissene Tochter zu finden und mir dafür eine beinah unanständige Summe bot.
Ich hatte geschworen, niemals in die Nightside zurückzukehren. Aber ein Kind ist in Gefahr, und eine Frau setzt auf mich. Ich habe also keine Wahl – ich kehre heim.‘

Meine Meinung:
Wenn man aus der Dresden Files-Reihe und Neverwhere von Gaiman ein Venn-Diagramm zeichnen würde, dann wäre das Buch hier die Schnittmende Ein Protagonist mit magischen Fähigkeiten in einer magischen Welt direkt neben dem ordinären, realen London.
Und in der Theorie klingt das auch nach einer super Idee.

Die Umsetzung allerdings nur bedingt.
Ich bin nicht sicher, wie sehr es daran liegt, dass das Buch ein Sammelband mit den ersten drei Bänden ist, ich also im Prinzip drei Bücher der Reihe am Stück gelesen habe, oder ob Herr Green einfach nicht sonderlich gut im abwechslungsreichen Schreiben ist. Aber das Buch wimmelt nur so von Wiederholungen der exakt gleichen Formulierungen. Gerade es es um das Beschreiben von Personen, besonders von Taylor, oder der Nightside selbst geht, ist das extrem auffällig.

Und zum anderen ist vieles nicht logisch oder der Autor widerspricht sich einfach direkt von einem Band zum anderen. So wird beispielsweise in Band zwei gesagt, dass Theater in  der Nightside zu den unbeliebtesten Orten gehören. Und in Band drei sind dann lange Schlangen vor den Theatern. Tja, was denn nun?
Und dann ist da noch Taylor selbst. Mal ganz abgesehen davon, dass ich ihn einfach nicht mochte, das ist ja mein Problem. Aber seine tolle Superkraft soll es sein alles mögliche zu finden. Schön und gut. Nur ist er eigentlich nur damit beschäftigt von Person zu Person zu rennen (und sich unterwegs auf dämlichste Art und Weise in Lebensgefahr zu bringen) um sie zu fragen, wo sich denn nun Dinge befinden. Der Autor versucht das zwar immer mal wieder damit zu begründen, dass Taylor Feinde hat, die ihn orten können, wenn er seine Gabe einsetzt. Aber: Taylor nutzt seine Gabe ständig um eben diese Personen zu finden. Und da kapier ich dann nicht mehr, warum er nicht einfach gleich sucht, was er eigentlich haben will.

Der Sammelband ist trotz allem noch recht unterhaltsam. Die Nightside mit ihren vielen schrägen Bewohnern ist sehr interessant und ich hätte gern mehr über die Entstehung und Funktionsweise (Stichwort: Autoritäten) erfahren. Oder über die Verbindungne zwischen der Nightside und London, es muss ja schließlich einen Grund geben, warum die Nightside genau an diese Stadt gekoppelt wurde. Aber leider konzentriert es sich eben total auf Taylor. Und dessen Arroganz, ständige Selbstüberschätzung und sein Macho-Gebaren hingen mir einfach viel zu schnell zum Hals raus. Und dieses große Geheimnis um seine ach so mysteriöse Abstammung. Ständig kryptische Andeutungen mit denen der arme Taylor so gar nichts anfangen kann. Tut mir leid, aber dann ist er zu all seinen anderen Fehlern auch noch ein Idiot. Mir war schon nach dem ersten Band klar, wer denn nun seine Mutter ist und Google hat mit bestätigt, dass ich Recht hatte.

Schade, hier wurde meiner Meinung nach viel Potential verschenkt. Die Grundidee ist großartig, aber die Ausführung hat so viele Schwachpunkte, dass ich die Reihe nicht weiter lesen werde.

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