{Gesehen} Star Trek: Discovery Season 1

image imdb.com

Darum geht es:
Set roughly ten years before the events of the original Star Trek, the series follows the crew of the USS Discovery as they discover new worlds and civilizations, while exploring the franchise’s signature contemporary themes. The season-long story line revolves around an incident and an event in Star Trek history that’s been talked about but never been explored.

Eckdaten:
Trailer: Youtube
Sender:
CBS
Jahr: 2017
Staffel: 1 von bisher geplanten 2
Anzahl Folgen/Staffel: 15
Laufzeit einer Folge: etwa 45 Minuten
Schauspieler: Sonequa Martin-Green, Doug Jones, Shazad Latif, Anthony Rapp, Mary Wiseman, Jason Isaacs, Wilson Cruz

Meine Meinung (mit Spoilern!):
Star Trek ist so ein Franchise, das präsent ist, seit ich denken kann. Immer mal wieder Szenen und Folgen schon in der Kindheit im Fernsehen komplett zufällig gesehen, aber nie wirklich gezielt verfolgt. Trotzdem natürlich Shatner und Nimoy in diesen bedeutenden Rollen gekannt. Und auch genau gewusst, wie die Enterprise auszusehen hat.
Aber wirklich bewusst gesehen hab ich erst die Filme von J.J. Abrams und da bsher uach nur die ersten beiden, Beyond steht immer noch ungesehen im Regal (hmmm, das wäre eigentlich was für das Wochenende….). Aber Star Trek war für ich eh immer viel mehr Serie als Filmreihe. Dementsprechend vorfreudig-aufgeregt war ich dann auch über die Ankündigung einer neuen Star Trek Serie. Und auch noch mit Brian Fuller. Und weiblicher, nicht-weißer Hauptperson. Woho.

Und dann passierte ewig nichts. Und Fuller ging. Und es passierte ewig nichts. Und ich vergass das Projekt fast komplett. Und dann war es urplötzlich da. Und ich sah die erste Folge. Und die zweite. Und sie ließen mich unerwartet unbeeindruckt zurück. Aber trotzdem hab ich die ganze Staffel gesehen. Und mit der Zeit wurde es auch besser. Aber wirklich begeistert hat es mich nicht.

Die Staffel lässst sich in zwei Teile aufteilen. Zum einen weil es zwischen drin eh über Weihnachten eine längere Pause gab, aber auch inhaltlich. Die erste Hälfte beschäftigt sich mit dem gerade begonnenen Krieg zwischen Federation und Klingons und zwingt damit erstere ihre wissenschaftliche Ausrichtung in den Dienst der militärischen Seite zu stellen – ein Konflikt der durch Stamets, dessen Interesse an den Sporen rein wissenschaftlich ist, und Lorca, für den sie nur als strategischen Vorteil und Waffe von interessant sind, verkörpert wird. Wieso gibt Lorca Michael eine zweite Chance? Und wie kann jemand wie Lorca, dessen moralische Einstellungen so gegensätzlich zu denen von Starfleet sind, überhaupt Commander des Flagships der Flotte werden? Wird Statemts von den Sporen in den Wahnsinn getrieben und ist es das wert?
Und dann ist da noch Ash, der unter PTSD von seiner Zeit als Gefangener der Klingons leidet. So viele interessante Aspekte, die erforscht werden können.
Aber gleichzeitig fand ich die Folgen an sich ziemlich unspektakulär und wenig fesselnd.

Und in der zweiten Hälfte fällt der Zuschauer dann mit der Discovery in das Mirror-Universe, in dem offensichtlich alles viel spannender und action gelandener ist. Es passierte plötzlich ständig irgendwas. Und es war so faszinierend. Aber gleichzeitig wurden alle diese Fragen, die vorher aufgeworfen wurden, in dieser Hälfte zunichte gemacht. Ash hat ein PTSD, an ihm wurde experimentiert, Stamets wird nicht wahnsinnig, er hat ’nur‘ Visionen. Jeder, der die Ideale der Federation in Frage gestellt hat (direkt oder einfach wie Lorca durch seine Handlungen), entpuppt sich als böse. Es ist einfach viel zu einfach und so enttäuschend.

Und so viel ist einfach voraussehbar. Egal ob Lorcas Herkunft, die Identität des Emperors, was mit Ash los ist, alles wurde absolut nicht subtil angekündigt. Und war dementsprechend wenig überraschend.
Und die Lösung des Krieges am Ene? What the actuall fuck was that? Es ergibt doch null Sinn. Und was war mit dieser Verleihung am Ende? Jeder bekommt nen lobenden Sat – nur Detmer nicht? Why?

Was mich aber sehr positiv überrascht hat, war der diverse Cast. Mehrere nicht-weiße Schauspieler*innen verschiedenster Abstammung. Und dazu spielen dann noch zwei davon ein homosexuelles, inter-racial Paar. Ein Aspekt, der mich komplett begeisterte.
Bis einer aus dem Paar starb. Und zwar natürlich der farbige Schauspieler. Und ich bin es so müde diese Bury your Gays-Trope immer wieder sehen zu müssen.

Aber was ich erst rückblickend wirklich realisiert habe, ist, dass mein größtes Problem Michael ist. Michael, die der Center des Universes (oder genauer sogar zweier Universen) ist. Aber eigentlich nichts macht. Die ganze Staffel wird sie als Specialist bezeichnet, aber steht eigentlich nur nutzlos an Konsolen rum. Aber jeder – sie inklusive – hält sie für so genial. Wieso? Und dann ist da noch ihre Angewohnheit sich als „more vulcan than any Vulcan“ zu bezeichnen – aber sie lässt sich ständig von ihren Emotionen leiten und ist alles andere als rational in ihrem Handeln. Und das passt einfach nicht zusammen. Argh.
Davon, dass Spock ihr Adoptivbruder ist, und ich als Zuschauer glauben soll, dass das in all den vielen Folgen mit Spock nie angesprochen wurde, dass er eine ältere (und nach der Staffel wohl in der kompletten Federation total berühmt/berüchtigt) Adoptivschwester hat, will ich gar nicht anfangen. Das ist einfach nur absurd. Hätte sie sonst ein Vulkan adoptieren sollen und es hätte viel weniger Inkonsistenzen gegeben.

Das gleiche gilt für den merkwürdigen Sporenantrieb. So ein tolles System mit zugegebenem kleinen Fehler. Aber das konnten die Wissenschaftler seitdem so wenig ausmerzen, dass man davon nie wieder was hörte? Is klar.

Alles in allem halte ich es einfach für ungeschickt Discovery als ein Prequel anzusiedeln. Schon in der ersten Staffel gibt es so viele Widersprüche zu alten Folgen (die sogar mir aufgefallen sind, ich will gar nicht wissen, wie es Hardcore-Fans geht), das konnte einfach nicht gut gehen. Hätte man eine spätere Zeit gewählt, wäre alles einfacher geworden.

Insgesamt war es nett, aber das war es auch. Ich hatte mehr erwartet und vor allem auch spannenderes. Immerhin hat die erste Staffel ein ziemlich abgeschlossenes Ende. Mal abgesehen von den letzten fünf Sekunden mit einem albernen Teaser. Vielleicht sehe ich die Serie irgendwann mal weiter (sie soll ja eh erst 2019 weiter gehen), aber es ist nichts, bei dem ich der nächsten Staffel entgegen fiebere.

Dieser Beitrag wurde unter 3 Sterne, ScienceFiction, Serien abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu {Gesehen} Star Trek: Discovery Season 1

  1. wsnhelios schreibt:

    Mir ist es wie dir ergangen. Die erste Hälfte habe ich toll und spannend gefunden, war dann aber von der zweiten voll enttäuscht.
    https://meinekritiken.com/2018/02/17/serie-star-trek-discovery-staffel-1-zweite-haelfte/

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: {Monatsrückblick} #2/2018 | Mind Palace

Mit der Abgabe eines Kommentars erklärst Du Dich mit der Speicherung und Verarbeitung Deiner Daten durch diese Website einverstanden. Weitere Informationen dazu findest Du in meiner Datenschutzerklärung (https://amerdale.wordpress.com/datenschutzerklaerung/)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.