{Gelesen} Eduardo Jáuregui: Gespräche mit meiner Katze

Originaltitel: Conversaciones con mi gata
Übersetzer*in: Anja Rüdiger
Taschenbuch, 428 Seiten
Rowohlt, 2016
ISBN: 978-3-499-27262-2
Goodreads

Klappentext:
Sara hätte nie gedacht, dass Katzen reden können. Sie hätte aber auch nie geglaubt, dass sie jemals wieder glücklich sein würde. Bis Sibila in ihr Leben tritt. Die geheimnisvolle Abessinierkatze kann nicht nur sprechen, sie scheint auch mehr über Sara zu wissen als diese selbst: von Saras stressigem Agenturjob, ihrer kriselnden Beziehung und ihrem letzten Schwächeanfall. Tatsächlich ist Sara jegliche Lebensfreude abhandengekommen. Aber es gibt viele Wege zum Glück, und Katzen kennen die besten Abkürzungen. Die Begegnung mit Sibila ist der Anfang vom Ende – vom Ende eines Lebens, das Sara schon lange nicht mehr guttat.

Meine Meinung:
Vorneweg sei gesagt: Ich finde Meditieren und Yoga sinnvoll und hilfreich zum Entspannen und sich seines Körpers und seiner Gefühle bewusst zu werden. Genauso wie Achtsamkeitsübungen. alles großartige Methoden um sich besser zu fühlen.

Wenn aber die Hauptfigur hier in dem Buch mit Depression diagnostiziert wird, ihre Medikamente nicht nimmt und dann einfach dadurch geheilt wird, dass sie jeden Tag ein paar Minuten meditiert, Yoga macht und ganz bewusst isst, dann kotzt mich das an. Es ist eine völlig falsche Darstellung und Abwertung einer Krankheit, für die nicht ohne Grund Medikamente verschrieben werden. Und vor allem auch eine Therapie – etwas das in dem Buch hier keinerlei Erwähnung wert ist.
Beziehungsweise schon, denn Sibila, die ach so weise Katze, ist eigentlich nichts anderes. Nur halt ne sprechende Katze, die sich absolut nicht verhält wie ne Katze. Sondern wie ein Therapeut, der ständig Lebensweisheiten absondert.

Und das auf eine Weise, die so von oben herab diktatorisch nur einen richtigen Lebensweg zulässt und alles andere verurteilt. Sibila hat Recht und wer das in Frage stellt, ist ein schlechter Mensch. Punkt.
Und damit bin ich ja sogar nicht klar gekommen.

So sehr ich Katzenbücher normalerweise mag – und das war ja auch der Grund, warum ich das Buch überhaupt lesen wollte – das hier ist einfach nichts für mich gewesen. Die Katze ist nur Mittel zum Zweck und der Autor kein bisschen daran interessiert sie glaubwürdig als Tier zu gestalten. Und die Botschaft des Buches schießt einfach weit über das Ziel hinaus. Sich darauf zu besinnen, was einem gut tut und sich nicht komplett von der hektischen Welt um einen herum mitreissen zu lassen, ist ja durchaus gut und darauf hinzuweisen auch. Aber das wie ist hier so schlecht, dass es viel mehr eine abschreckende Wirkung hat.

Dieser Beitrag wurde unter 2 Sterne, Bücher, Buchbesprechungen, Contemporary abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu {Gelesen} Eduardo Jáuregui: Gespräche mit meiner Katze

  1. Pingback: {Monatsrückblick} #3/2018 | Mind Palace

Mit der Abgabe eines Kommentars erklärst Du Dich mit der Speicherung und Verarbeitung Deiner Daten durch diese Website einverstanden. Weitere Informationen dazu findest Du in meiner Datenschutzerklärung (https://amerdale.wordpress.com/datenschutzerklaerung/)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.