{Gesehen} Free Lunch Society

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Darum geht es:
Wie könnte eine Gesellschaft mit Bedingungslosem Grundeinkommen funktionieren? Würden wir ohne die tägliche Verrichtung einer Erwerbsarbeit faul vor dem Fernseher verkümmern oder würden wir, frei von zeitraubenden Zwängen, ganz neue kreative und gemeinnützige Energien entwickeln? In der Dokumentation „Free Lunch Society“ beschäftigt sich Filmemacher Christian Tod mit den Möglichkeiten und Hintergründen des Bedingungslosen Grundeinkommens, das vor wenigen Jahren noch als völlige Utopie galt, inzwischen aber immer mehr Fürsprecher gewinnt. Christian Tod spricht mit Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft über die Gründe für das Zerbrechen der Mittelschicht und mögliche Lösungsansätze – eben auch das Grundeinkommen, dessen Idee er rund um den Globus nachspürt.

Eckdaten:
Trailer: Youtube
Jahr: 2017
Land: Österreich
Laufzeit: etwa 95 Minuten
FSK: 0

Meine Meinung:
Die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens fasziniert mich schon seit längerer Zeit und dementsprechend begeistert war ich auch von der Möglichkeit diese Dokumentation sehen zu können.
Wem der Begriff fremd ist:
Ein bedingungsloses Grundeinkommen ist eine finanzielle Zuwendung durch den Staat für jede*n Bürger*in in der gleichen Höhe, ungeachtet irgendwelcher Kriterien und ohne irgendwelche Gegenleistungen. Genauer und auch mit möglichen Finanzierungsmodellen erklärt es Wikipedia.

Die Dokumentation selbst lässt verschiedene Befürworter und auch, allerdings in deutlich geringer Anzahl und kürzeren Auftritten, Gegner der Idee zu Worte kommen. Außerdem gibt es Berichte von Experimenten, Untersuchungen und Abstimmungen zu dem Thema Grundeinkommen weltweit.

Gerade den letzten Punkt fand ich besonders faszinierend. Ich wusste gar nicht, wie viel zu dem Thema schon vor Jahrzehnten in den USA ausprobiert und geforscht wurde. Schade, dass diese Programme dann nach einem Präsidentenwechsel ( no surprise here: der neue Präsident, Nixon, war Republikaner) alle abrupt beendet wurden.

Die theoretischen Grundlagen des Bedingungslosen Grundeinkommens sowie die Finanzierungsmöglichkeit werden nur oberflächlich angesprochen. Jemand, der sich schon mit der Thematik befasst hat, wird in der Hinsicht kaum was Neues erfahren. Und wer neu in der Thematik ist, hat danach ein paar Stichwörter, die im das Googlen erleichtern, aber vermutlich ist es in der Hinsicht effektiver Wikipedia als Startpunkt zu nehmen.

Aber  ich finde gerade, dass ist ein Pluspunkt des Films. Er beißt sich nicht in der Theorie fest, sondern konzentriert sich vielmehr darauf, aufzuzeigen, wie viel Unterstützung die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens hat und aus welch unterschiedlichen  politisch-wirtschaftlichen Gruppierungen dieses Konzept Unterstützung bekommt.

So toll ich die Idee des Grundeinkommens finde, so konnte ich mir doch nie vorstellen, dass es wirklich mal Realität werden würde (oder zumindest nicht zu meinen Lebzeiten). Es war nett, aber eben so was theoretisch-utopisch, wie Weltfrieden.  Der Film lässt eine Umsetzung so viel wahrscheinlicher erscheinen und begeistert einen für das Konzept. Und dafür kann man ihn nicht genug empfehlen.

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