{Gelesen} Terry Pratchett: The Wee Free Men

Taschenbuch, 310 Seiten
Corgi, 2017
ISBN: 978-0-552-57630-7
Discworld #30
Tiffany Aching #1
Goodreads

Klappentext:
Tiffany wants to be a witch when she grows up. A proper one, with a pointy hat. And flying, she’s always dreamed of flying (though it’s cold up there – you have to wear really thick pants, two layers). But she’s worried Tiffany isn’t a very ‚witchy‘ name. And a witch has always protected Tiffany’s land, to stop the nightmares getting through.
Now the nightmares have taken her brother, and it’s up to her to get him back. With a horde of unruly fairies at her disposal, Tiffany is not alone. And she is the twentieth grandchild of Granny Aching: shepherdess extraordinaire and protector of the land.
Tiffany Aching. Now there’s a rather good name for a witch.

Meine Meinung:
Das Buch gehört zwar zu Pratchetts Discworld-Universum, unterscheidet sich aber deutlich von den meisten anderen Büchern. Tiffany ist hier 9 Jahre alt und somit richtet sich das Buch auch an eine deutlich jüngere Zielgruppe als die anderen Discworld-Büchern. Man merkt das dem Schreibstil auch an, das Buch ist einfacher. Sowohl, was die vielen Wortspiele und Formulierungen angeht, als auch die Handlung selbst. Sie ist gradliniger und auch typischer für das Fantasy-Genre.
Aber damit will ich keines falls sagen, dass das Buch nicht auch Erwachsene unterhält. Man sollte eben bloß nicht mir falschen Erwartungen an die Lektüre herangehen.

Und Tiffany ist eine großartige Heldin. Sie ist intelligent und stark, aber gleichzeitig auch mit genug Zweifeln an sich selbst um glaubhaft zu sein. Und so unheimlich pragmatisch. Monster aus dem Fluß bedroht den kleinen Bruder? Wozu gibt es gusseiserne Pfannen, mit denen man zuschlagen kann? Problem gelöst. Gut, sie hat den Bruder selbst an das Flußufer gesetzt um das Monster anzulocken, damit sie das Problem endgültig lösen kann, aber wie gesagt pragmatisch. Man nutzt, was man zur Hand hat. Und wenn es der kleine Bruder und die Pfanne sind.

„Yes! I’m me! I am careful and logical and I look up things I don’t understand! When I hear people use the wrong words, I get edgy! I am good with cheese. I read books fast! I think! And I always have a piece of string! That’s the kind of person I am!“

Und dann sind da noch die Nac Mac Feegle, eine Art Kobolde, Gnome oder so, die einfach unheimlich komisch sind. Rothaarig, mit blau gefärbter Haut sind sie im Prinzip Mini-Pikten, die man mögen muss. Und aus Gründen, auf die ich nicht eingehen will, weil Spoiler, betrachten sie es als ihre Aufgabe Tiffany zu begleiten und zu beschützen. Was vor allem zu den komischsten Situationen führt, denn während die Nac Mac Feegle jederzeit zu einem Kampf bereit sind (auch mit sich selbst, wenn sonst kein Gegner verfügbar ist), so sind sie nicht gerade große Denker und Planer.
Und doch schafft es Pratchett hier überraschend viel über die Philosophie und Lebensweise dieser kleinen Wesen unterzubringen, obwohl das Buch gar nicht so viele Seiten hat und sie nicht mal im Mittelpunkt stehen.

“Another world is colliding with this one,” said the toad. “There. Happy now? That’s what Miss Tick thinks. But it’s happening faster than she expected. All the monsters are coming back.”
“Why?”
“There’s no one to stop them.”
There was silence for a moment.
“There’s me,” said Tiffany.

Und das ist auch schon die Handlung des Buches zusammengefasst. Tiffany ist die einzige, die das drohende Unheil sieht. Sehen will. Und so macht sie sich auf es zu bekämpfen. In einer Traumwelt. Aber nicht diese fluffigen Träume, die einem mit einem Lächeln aufwachen lassen. Sondern die Träume, die einen die Laken durchschwitzen lassen. Wir alle wissen, welche. Ein neunjähriges Mädchen, bewaffnet mit einer Pfanne und eine Horde Mini-Pikten. Kann das gelingen?

Das Buch setzt übrigens auch keine weiteren Kenntnisse der Discworld und der anderen Bände voraus, so dass es sich auch als guten Einstieg in das Universum anbietet. Und gleichzeitig ist Tiffany einfach ein großartiges Vorbild, für jedes Kind. Und auch noch für verdammte viele Erwachsene. Lasst uns alle so sein wie Tiffany. Neugierig auf die Welt. Vorurteilsfrei. Kritisch denkend. Gerecht. Loyal.

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Eine Antwort zu {Gelesen} Terry Pratchett: The Wee Free Men

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