{Gesehen} Ocean’s 8

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Darum geht es:
Five years, eight months, 12 days and counting — thats how long Debbie Ocean has been devising the biggest heist of her life. She knows what its going to take — a team of the best people in the field, starting with her partner-in-crime Lou Miller. Together, they recruit a crew of specialists, including jeweler Amita, street con Constance, suburban mom Tammy, hacker Nine Ball, and fashion designer Rose. Their target — a necklace thats worth more than $150 million.

Eckdaten:
Trailer: Youtube
Jahr: USA
Land: 2018
Laufzeit: etwa 110 Minuten
FSK: 0 (ja wirklich!)
Darsteller: Sandra Bullock, Cate Blanchett, Anne Hathaway, Mindy Kaling, Sarah Paulson, Awkwafina, Helena Bonham Carter, Rihanna, Richard Armitage, James Corden, Dakota Fanning

Meine Meinung:
Jemand mit dem Nachnamen Ocean wird auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen, tut sich dann mit seinem blonden, um Meilen cooleren und lässigeren Partner aus früheren Zeiten zusammen und plant den ultimativen, nie dagewesenen Heist. Sie bilden ein wild zusammengewürfeltes, chaotisches Team, dass genau deswegen super funktioniert. Der Heist hat ein paar kniffelige Probleme und natürlich ein super überraschender Twist, aber am Ende reiten unsere charmanten Protagonisten mit ihrer riesigen Beute in den Sonnenaufgang. Oh, und natürlich ist da noch irgendwie Oceans Ex-Partner in die ganze Sache verwickelt und es gibt unfinished Business zwischen den beiden.

Der Plot von Ocean’s 11 oder Ocean’s 8? Fangfrage, von beiden.

Und genau das ist auch das größte Problem von Ocean’s 8. Die Macher sind hingegangen, haben sich O11 angeschaut und genau das falsche kopiert. Die Handlung ist in ihren Grundzügen nämlich einfach so vertraut (ich glaub nämlich nicht, dass viele in O8 gehen ohne O11 zu kennen), dass es vorhersehbar und damit auch etwas langweilig wird. Und die Verbindung zwischen Danny Ocean und seiner Schwester Debbie ist einfach absurd. Vor allem, weil die Zuschauer*innen es nur erzählt bekommen, aber man es nie sieht.

Was dagegen nicht kopiert wurde, aber hätte kopiert werden sollen: das Flair von O11 mit seinen Splitscreens und seinem coolen Style, der es so dynamisch und wie in einer schöneren Version unserer Realität leben lässt – eben in einer solchen, in der so absurde Heists funktionieren können.
O8 ist dagegen fest in unserer Realität mit weniger gesättigten Farben verankert und wirkt dadurch einfach gedämpft. Dieser reine Eskapismus ist verloren gegangen und das ist unheimlich schade.

Aber trotzdem ist er ein unterhaltsamer Film und das verdankt er vor allen seinen Schauspielern. Zum einen ist Richard Armitage einfach der bessere Expartner als Julia Roberts. Und ich bin überrascht, wie lustig James Corden sein kann.
Aber viel wichtiger: die acht Damen sind alle großartig. Schon allein die unheimliche Diversität im Casting – und zwar nicht nur auf Herkunft, sondern auch auf das Alter bezogen.
Bis auf Lou (Blanchett) und Debbie Ocean (Bullock) kommen die anderen mit ihren Hintergründen und ihrer Motivation, warum sie überhaupt bei der Aktion mitmachen, etwas zu kurz, aber andererseits hätten längere Erklärungen den Film auch eher zerfasert. Und sie bekommen alle ihre eigene, klar differenzierte Persönlichkeit (wobei ich mir bei HBC nicht sicher bin, wie viel davon überhaupt geschauspielert und wie viel einfach nur sie selbst ist), was echt großartig ist. So großartig, dass ich sogar ein kleines bisschen auf Fortsetzungen hoffe, in denen mehr auf diese Teammitglieder eingegangen werden kann. Und so nebenbei: Es ist schon ziemlich doof, wenn der Filmtitel selbst praktisch ein Spoiler ist….

Und außerdem würden natürlich Fortsetzungen auch mehr von Cate Blanchett als Lou in den besten Outfits ever bedeuten, und das wäre einfach nur genial. Okay, ich geb’s zu, ich hab mich etwas in Lou verliebt. Aber schaut euch die Bilder mal an. Wie kann man das nicht lieben? Wenn der Film einfach nur ein Zusammenschnitt von allen Szenen mit Lou gewesen wäre, ich hätte ihn genauso gern gesehen. Echt, sie ist das absolute Highlight des Films.
Außerdem bin ich felsenfest davon überzeugt, dass Lou und Debbie mehr sind als nur platonische Freundinnen. I ship them.

Insgesamt hat der Film sicherlich seine Schwachpunkte und ist garantiert kein Meisterstück, ich würde sagen sowohl O11 als auch O12 haben mir besser gefallen. Aber trotzdem bietet er gute Unterhaltung und eben eine Reihe toller Frauenfiguren, was ja leider immer noch viel zu selten der Fall ist. Außerdem: Cate Blanchetts Outfits allein sind Grund genug ihn sich anzuschauen!

Bechdel Test: 3/3 erfüllt
1) es gibt zwei namentlich eingeführte Frauen: ganze 8 (hätte jetzt niemand gedacht, ne?)
2) die sich miteinander unterhalten: ständig
3) über etwas anderes als einen Mann: meistens
nebenbei angemerkt:
a) der Film besteht auch den reverse Bechdel-Test
b) keiner der bisherigen drei Filme besteht den Bechdel-Test

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2 Antworten zu {Gesehen} Ocean’s 8

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