{Gelesen} James Bowen: Bob, der Streuner / Bob und wie er die Welt sieht

Originaltitel: A Street Cat named Bob / The World according to Bob
Übersetzer*in: Ursula Mensah
Taschenbuch, 490 Seiten
Bastei Lübbe, 2014
ISBN: 978-3-404-60882-9
Goodreads

Klappentext:
Die wunderbare Geschichte der Freundschaft zwischen James und seinem Kater wurde mit Bob der Streuner zum Welt-Bestseller. In seinem zweiten Buch, Bob und wie er die Welt sieht, erzählt James, wie Bob ihm in harten Zeiten und selbst in lebensgefährlichen Situationen immer wieder den Weg weist. Mit seiner Klugheit, seinem Mut und seinem Humor steht er für Freundschaft, Loyalität – und das Glück,  das zu sehen er James gelehrt hat.

Meine Meinung:
Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen und es waren dort immer Katzen. Ist ja auch kein Wunder, Getreide -> Mäuse-> Katzen ist ne klassische Nahrungskette. Aber die erste Katze* zu der ich eine festere Beziehung hatte, war ein roter Kater. Mit dem typischen Hundenamen Fifi, ich hatte schon immer ein Talent für unpassende Namensgebung… Jedenfalls sah er genauso aus, wie die Katze auf dem Buchcover. Er ließ sich sogar auch eine Schal anziehen. Und ist auch schon Grund genug, warum ich das Buch gelesen hab.

Tja. So können einen Cover in die Irre führen. Denn her geht es höchstens zur Hälfte um den Kater. Der Rest dreht sich um James, seine menschliche Bezugsperson.
Und James ist so anstrengend mit seinem dauerhaften Selbstmitleid und Gejammer. Wobei ich zugegebenermaßen auch generell wenig Geduld und Verständnis für Drogenabhängige und ihre daraus entstehenden Probleme habe. Aber James bauscht seine Probleme einfach so sehr auf anstatt Verantwortung zu übernehmen, dass ich teilweise ganz Abschnitte seiner Klagelieder übersprungen habe.

Und auch Bob der Kater kommt hier eher rüber wie ein Fabelwesen und nicht wie eine real existierende Katze. Unheimlich intelligent und empathisch und so super geeignet für ein Leben auf der Straße. Es wirkt einfach sehr übertrieben und zu idealisiert.

Oder vielleicht kommt es mir auch nur so vor, weil alles mindestens fünfmal wiederholt wird. Überhaupt ist der Schreibstil einer der großen Schwachpunkte des Buches. Mir ist klar, dass es so wirken soll, als ob James es allein geschrieben hätte und er hat keine große Bildung. Aber wenn ein einfacher Stil einfach nur gleichgesetzt wird mit alles stilistisch und inhaltlich endlos wiederholen, dann ist schlicht und ergreifend was gewaltig schief gelaufen. Vielleicht würde die Geschichte ganz anders wirken, wenn hier mal kräftig gekürzt worden wäre.
(Und ich glaube nicht, dass es der Übersetzung geschuldet ist, bei Goddreads beschweren sich viele auf Englisch über den miserablen Stil)

Klar, man kann es noch als niedliche „Feel-good“-Geschichte lesen und es bekommt wohl auch einen Bonus, weil es nicht nur herzerwärmend, sondern auch wahr (zumindest der Kern des Ganzen, ich kann nicht glauben, dass da nicht gewaltig beschönigt und ausgeschmückt wurde) ist. Aber es gibt auch viele (wahre) Geschichten mit und ohne Katzen, die einfach besser zu lesen sind.

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