{Gelesen} M. R. Carey: Die Berufene

Originaltitel: The Girl with all the Gifts
Übersetzer*in: Charlotte Lungstrass-Kapfer, Momo Evers
Taschenbuch, 508 Seiten
Knaur, 2014
ISBN: 978-3-426-51513-6
Goodreads

Klappentext:
Großbritannien, in nicht allzu ferner Zukunft: Ein grauenhafter Parasit befällt die Menschheit. Millionen sind bereits infiziert und bedrohen die wenigen Gesunden. Alle Hoffnungen ruhen auf einer Schar Kinder, die anders auf den Erreger reagieren. Auf einer entlegenen Militärbasis halten Wissenschaftler sie gefangen – zu allem entschlossen, um ihnen ihr biologisches Geheimnis zu entreißen. Doch es läuft nicht nach Plan.

Meine Meinung:
Ich weiß gar nicht mehr, wie ich auf das Buch aufmerksam wurde und warum ich es schlussendlich gelesen habe. Bisher steh ich Zombie-Geschichten ziemlich gleichgültig gegenüber – selbst bei Walking Dead bin ich noch nicht über eine Staffel hinaus gekommen. Aber das hier ist nicht typische „wie überleben und dabei möglichst viele Zombies töten“-Fiction.

Mit Melanie ist nicht ein verzweifelt um sein Überleben kämpfender Mensch, sondern ein infiziertes Kind im Mittelpunkt der Handlung. Und allein durch diesen Blickwinkel ist das Buch ganz anders. Melanie ist so ein faszinierender Charakter, auch oder gerade weil sie sich ihrer Situation gar nicht bewusst ist. Und das lässt alles aus einem ganz anderen Blickwinkel erscheinen.

Der Autor stellt hier im Grunde die ganze Handlung über die Frage, was Menschlichkeit ausmacht und präsentiert den Leser*innen dafür verschiedene Antworten. Melanie, die per Definition nicht mehr Mensch ist, aber human handelt? Die Forscherin, die ihre Forschung und damit die Chance auf ein Gegenmittel für den Virus über das Retten ihres eigenen Lebens stellt? Die Lehrerin, die in Melanie in erster Linie das Kind sieht und keinen Unterschied macht, ob Mensch oder Zombie? Die Antwort muss jede für sich selbst finden.

Bis dahin war es eigentlich ein recht gutes Buch, nicht umwerfend, aber spannend. Nach dem Anfang auf einer militärischen Forschungsbasis entwickelt es sich zu einem Roadtrip mit einen zusammengewürfeltem Haufen Leute, die natürlich gar nicht zusammen passen. Und die ständig auf irgendwelche Schwierigkeiten stoßen, wie sich das halt so gehört. Aber sie dabei zu beobachten, wie sie mit alldem umgehen und an ihren Erfahrungen wachsen, macht für eine gute Geschichte.

Aber das Ende fand ich doof. Zum einen weil die Argumentation, was Melanie ist, für mich nicht überzeugend war und auch nicht dazu passt, was in dem Buch geschildert wird. Und zum anderen einfach, weil ich es als unendlich hoffnungslos empfand. Wobei das unheimlich subjektiv ist.
Für Fans des Zombie-Genres, die es mal aus einer erfrischend neuen und anderen Perspektive erleben wollen, trotzdem eine absolute Empfehlung.

Dieser Beitrag wurde unter 3 Sterne, Bücher, Buchbesprechungen, ScienceFiction abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Mit der Abgabe eines Kommentars erklärst Du Dich mit der Speicherung und Verarbeitung Deiner Daten durch diese Website einverstanden. Weitere Informationen dazu findest Du in meiner Datenschutzerklärung (https://amerdale.wordpress.com/datenschutzerklaerung/)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.