{Gelesen} Jodi Piccoult: Die Macht des Zweifels

Originaltitel: Perfect Match
Übersetzer*in: Ulrike Wasel, Klaus Timmermann
Taschenbuch, 428 Seiten
Piper, 2009
ISBN: 978-3-492-26315-3
Goodreads

Klappentext:
Die erfolgreiche Staatsanwältin Nina Frost hat über zweihundert Fälle von Kindesmissbrauch verhandelt. Dennoch gerät sie völlig aus der Fassung, als sie erfährt, dass ihr eigener Sohn, Nathaniel, missbraucht worden ist. Als es zum Prozess kommt, geschieht ein tödliches Unglück – und das bisherige Leben von Nina Frost und ihrer Familie droht für immer vorüber zu sein.

Meine Meinung:
Ich mag es wie sich Picoult fast immer komplexe und unbequeme Themen für ihre Romane aussucht und dann – meist sehr gelungen – diese aus den verschiedenen Perspektiven beleuchtet.

Und so ist es auch hier. Kindesmissbrauch und besonders von jemandem, der dem Kind sehr nahe steht, ist alles andere als leichte Kost. Und so ist auch der Roman, obwohl vom Schreibstil her sehr gut zu lesen und auch flüssig und fesselnd geschrieben, einer, den ich nur in kleinen Portionen lesen konnte, weil es sonst  manchmal zu viel wurde. Das Thema ist wirklich gut geschildert und gerade die Reaktionen des Kindes, das gar keine Worte dafür hat, was ihm angetan wurde, fand ich hervorragend geschildert. Aber auch das Verhalten der meisten Erwachsen und ihre Reaktionen waren sehr überzeugend. Auch wenn mir zum Glück jegliche Erfahrungen in der Realität fehlen um das wirklich beurteilen zu können. Es gibt ein paar Wendungen, die ziemlich unrealistisch sind, aber okay.

Aber ich kam leider mit Nina gar nicht klar. Anfangs ging es noch, aber dann wurden ihre Reaktionen für mich immer unverständlicher. Was halt nicht so toll ist, weil sie die zentrale Protagonistin ist. Und sie ist einfach unmöglich egoistisch und absolut nicht in der Lage ihre Emotionen und ihr Verhalten zu reflektieren. Und ohne das jetzt genauer zu erklären (weil Spoiler) macht das für mich das Ende des Buches unheimlich frustrierend.

Gut behandeltes Thema, welches nicht bequem ist und den Leser zwingt sich mit seinen eigenen Einstellungen auseinanderzusetzen.  Aufgrund der Thematik wahrscheinlich für Eltern noch schwieriger zu lesen als eh schon. Aber gleichzeitig eben auch mit einer schrecklichen – und ich meine nicht schrecklich im Sinne von love-to-hate – Hauptfigur. Sicher nicht Picoults bestes Buch, aber doch gut.

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