{Gelesen} Linnea Hartsuyker: Eis und Schwert

Originaltitel: The Sea Queen
Übersetzer*in: Edigna Hackelsberger
Taschenbuch, 659 Seiten
Ullstein, 2018
ISBN: 978-3-548-28928-1
Fjordland-Saga #2
Goodreads

Klappentext:
Norwegen, Ende des 9. Jahrhunderts: Fünf Jahre sind vergangen, seitdem sich Svanhild gegen ihren bruder Ragnvald gewandt und seinen Rivalen Solvi zum Mann genommen hat. Als jedoch ihr Sohn erkrankt, wird ihre Liebe auf eine harte Probe gestellt. Svanhild sucht Trost – und zwar ausgerechnet bei Solvis Erzfeind, dem mächtigen Wikingerkönig Harald. In dessen Rängen ist ihr Bruder Ragnvald mittlerweile zum Herrscher von Sogn aufgestiegen. Doch der Frieden ist brüchig. Schon bald müssen die taferen Wikinger erneut für ihren König in die Schlacht ziehen. Denn Solvi sinnt auf Rache und schwört, erbarmungslos um Svanhild zu kämpfen.

Meine Meinung:
Nachdem sich der erste Band der Reihe, den ich ja ganz spontan aus einem offenen Bücherschrank ‚gerettet‘ hatte, sich als wahrer Überraschungshit entpuppte, musste ich den zweiten Band natürlich direkt haben und hab ihn mit entsprechend hohen Erwartungen gelesen.

Was vielleicht ein Fehler war. Denn obwohl es immer noch ein guter historischer Roman ist, so kann er für mich nicht mit dem ersten mithalten und konnte mich nicht so sehr in seinen Bann ziehen. Gerade in der ersten Hälfte des Buches zog es sich für mich doch etwas. Das lag vermutlich daran, dass alle wichtigen Figuren ihre eigenen Handlungen hatten und zwar unabhängig voneinander. Der Roman sprang also von Figur zu Figur und von Ort zu Ort in ganz Mittel- und Nordeuropa und es war erst mal ein etwas verwirrendes Stückwerk. Mit der Zeit ergibt sich zwar ein Muster und Handlungen liefen dann auch zusammen, aber dadurch wurde eben der Anfang nicht besser.
Außerdem bekommen Nebenfiguren einfach zu viel Raum. Was braucht denn bitte jemand wie Egil eine eigneen Handlung? Da hätte die Autorin sich besser auf das zentrale Quartett Solvi, Ragnvald, Svanhild und Harald beschränkt.

Wobei ich auch mit denen und besonders Svanhild und Solvi nicht ganz glücklich wurde. Aber das ist subjektiv, ich mochte einfach ihre Entscheidungen nicht, muss aber trotzdem zugeben, dass sie zu den Charakteren passen, sind halt alles sturre Wikinger*innen, die ihren eigenen Kopf durchsetzen müssen. Aber immerhin passen die Entscheidungen zu den Charakteren, das ist nämlich auch nicht immer der Fall. Manchmal handeln Figuren sowas von untypisch und als Leser*in merkt mensch richtig, dass das jetzt halt so sein musste, damit die Handlung sich wie gewünscht entwickelt. Das fand ich sehr schade, das klappte in Buch eins überzeugender.

Aber trotz allem ein sehr spannendes Buch, eben auch weil es die Wikinger nicht alle als blutrünstige Kämpfer darstellt, sondern es ihnen erlaubt Facetten zu zeigen.
Wem in der aktuellen Staffel von Vikings auf die Nerven geht, dass es sich langsam zu einer Serie über die Intrigen am englischen Königshof entwickelt (oder geht es nur mir so?), der finde hier eine gute Alternative in Buchform.

Dieser Beitrag wurde unter 4 Sterne, Bücher, Buchbesprechungen, Historical abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Mit der Abgabe eines Kommentars erklärst Du Dich mit der Speicherung und Verarbeitung Deiner Daten durch diese Website einverstanden. Weitere Informationen dazu findest Du in meiner Datenschutzerklärung (https://amerdale.wordpress.com/datenschutzerklaerung/)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.