{Gelesen} Andrea Schacht: Kreuzblume

Hardcover, 726 Seiten
RM Buch und Medien, 2007
Goodreads

Klappentext:
Die junge Antonia wächst in den Wirren der napoleonischen Kriege als Tochter einer Marketenderin auf. Erst nach dem Tod der Mutter erfährt die 14-jährige, dass sie das leibliche Kind einer Kölner Nonne ist. Sie macht sich auf die Suche nach ihren Eltern – und stellt dabei verblüfft fest, dass ihr Leben und das jener Mesnchen, die ihr nahe stehen, eng mit den mittelalterlichen Bauplänen des Kölner Doms verwoben sind. Immer tiefer gerät Antonia in einen Strudel von Intrigen und Verbrechen, bis sie selbst die Pläne schließlich wiederentdeckt – und dabei auch die Liebe ihres Lebens findet.

Meine Meinung:
Ich bin ja ein großer Fan von Andrea Schacht und wenn sie micha uch eher regelmäßig mit Katzenromanen erfreut, so hab ich sie auch schon als Autorin guter historischer Romane kennen lernen dürfen. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen, auch weil das Thema der napoleonischen Kriege eins ist, dass mir so oft noch nicht in Romanen begegnet ist.

Aber das ist ist nur insofern ein historischer Roman, wie Galavant eine historische Serie war. Mit anderen Worten, der Hintergrund ist historisch angehaucht, die Kostüme stimmen halbwegs, aber die Handlung absolut nicht. Es ist eine Telenovela in Buchform, besser kann ich es gar nicht beschreiben. Was ja an sich gar nicht schlecht ist, meine Oma wird davon entzückt sein. Aber es war halt nicht was ich mir von dem Roman erhofft hatte.

Das fängt schon damit an, dass jede der Hauptfiguren irgendwie mit den anderen verwandt, verschwägert, verstiefgeschwistert, adoptiert oder sonst was in die Richtung ist. Dazu kommen unkeusche Mönche, Vergewaltigung, Mord, Diebstahl, Intrigen der feinsten Art, Inhaftierung Unschuldiger, unglückliche Liebe mit Schwangerschaft und alles mehr was man von Daily Soaps eben erhofft. Klatsch, Skandale und Blut sozusagen. Aber insgesamt einfach viel zu oft abstrus und total unglaubwürdig.

Und natürlich sind all Figuren entweder so strahlende Helden, dass die Sonne von ihrem Glanz geblendet würde oder tiefschwarze Bösewichte, die den Helden schaden wollen um jeden Preis. Weil? Na, weil sie die Bösen sind. Mehr Motivation gibt es nicht. Und Antonia, unsere Heldin durch das Buch, ist natürlich perfekt und kann alles oder kann sich alles in kürzester Zeit aneignen. Wächst als Junge in den Kriegswirren auf, wird dann aber innerhalb von ein paar Monaten zum hochgebildeten manierlichen perfekten jungen Fräulein der vornehmen Kölner Gesellschaft. Alles gelingt ihr, sie weiß immer Rat und so weiter. Antonia ging mir stellenweise schwer auf die Nerven.

Aber trotz allem lesen sich die 726 Seiten erstaunlich gut und auch durchaus unterhaltsam. Aber eben einfach ohne die von mir erwartete historische Substanz. Definitiv das schwächste Buch, das ich bisher von der Autorin gelesen hab und dementsprechend bin ich auch enttäuscht.

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