{Gelesen} Astrid Lindgren: Kati in Amerika / Italien / Paris


Originaltitel: Kati i Amerika / Kati på Kaptensgatan / Kati i Paris
Übersetzer*in: Else von Hollande-Lasse
Taschenbuch, 389 Seiten
dtv junior, 1990
ISBN: 3-423-07239-3
Goodreads

Klappentext:
Kati, ein modernes und aufgeschlossenes Mädchen, reist kurz entschlossen mit ihrer Tante in die Vereinigten Staaten. Mit Witz und Temperament erzählt sie von ihren Erlebnissen, und der Leser erfährt dabei eine Menge über Land und Leute in Amerika.
Eine Gesellschaftsreise nach Italien macht Kati später mit ihrer Freundin Eva. Dort verliebt sich Kati in den schwedischen Landsmann Lennart und trotz unzähliger Schwierigkeiten wird daraus ein Happy-End.
Nach Paris geht dann die Hochzeitsreise, mit Eva als Brautjungfer, und obwohl der Geldbeutel schmal ist, erleben die drei unvergeßlich  schöne Tage.

Meine Meinung:
Es sind im Grunde ziemlich einfache Jugend-Liebesromane, die eben nebenbei noch etwas Informationen über Land und Leute von Katis Reisezielen erzählen. Nett, aber mehr auch nicht. Allerdings waren die Erstveröffentlichungen der hier zusammengefassten drei Bücher in den 1950er Jahren. Das ist aus zwei Gründen bemerkenswert:

Zum einen wie viel sich seitdem geändert hat. Das reicht von Bemerkungen in Nebensätzen – Kati reist auf dem Weg nach Italien beispielsweise durch das nahezu komplett zerstörte Deutschland – bis auch einfach so grundlegende Reisemethoden. Gesellschaftsreisen mit dem Zug. Von Schweden nach Italien (Greta Thurnberg approves xD). Ob es das heute noch gibt? Und natürlich ist es undenkbar, dass Kati allein eine Reise unternimmt. Im Gegensatz dazu lebt sie in Amerika einfach mal so neu Zeitlang bei ner Familie.

Und zum anderen finde ich es unglaublich, dass die Bücher älter sind als meine Eltern, weil Kati mir moderner vorkommt, als manche Frau in 2019. Am Anfang der Bücher hat sie zwar nen Freund, aber sie überlegt, ob es nicht einfacher und angenehmer wäre mit nem Mops zusammen zu wohnen, als mit Jan, dem Freund, eine gemeinsame Wohnung zu haben. Und Jan meint ihr alles erklären zu müssen, interessiert sich aber nie für, dass was sie erzählen will. Klingt vertraut?
Zitat: „Alte Jungfer, hatte er gesagt. Ich begann, mich vorsichtig an den Gedanken zu gewöhnen. Man konnte sich einen kleinen Mops anschaffen und einige Kanarienvögel, man braucht nicht unbedingt Jan zu haben. Ja, je mehr ich darüber nachdachte, umso mehr neigte ich zu dem Mops.“ (S. 132)
Gut, die Bücher enden mit einer Hochzeit. In Paris. Aber mit Jan oder nicht?
Mehr Klischee-Romantik geht echt nicht. Wobei ich es fast schon wieder lustig finde. Die Heirat findet nämlich in einer französischen Kirche statt, ohne irgendwelchen Papierkram – und ohne Verwandtschaft. Das ist so merkwürdig.

Die Bücher haben einen wundervollen Humor. Kati ist eine feine Beobachter und sieht oft die Komik in kleinen alltäglichen Situationen und Lindgren weiß das auch wunderbar unterhaltsam zu schildern.
Aber trotz allem lohnt es sich wohl wirklich nur für Fans der Autorin es zu lesen. Es ist wie gesagt nett, aber halt auch komplett belanglos.

Dieser Beitrag wurde unter 4 Sterne, Bücher, Buchbesprechungen, Chicklit, Romance, Young Adult abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

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