{Gelesen} Judith & Christian Vogt: Die verkehrte Stadt


Taschenbuch, 607 Seiten
Bastei Lübbe, 2019
ISBN: 978-3-404-20934-7
Die 13 Gezeichneten #2
Goodreads
Rezension zu Band 1

Danke an die Autor*innen und den Verlag für das Rezensionsexemplar!

Klappentext:
Die Rebellion war erfolgreich. Die Bürger von Sygna, Stadt der magischen Zeichen, haben die Besatzer aus Aquintien fortgejagt. Doch nun befindet sich der kleine Stadtstaat in einem offenen Krieg gegen das aquinzinische Kaiserreich.
Die Schmiedin Elisabeda Eisenhammer, Rebellin erster Stunde, schart die Kampfwilligen um sich und zieht mit einem winzigen Kontigent gegen die Große Armee des Kaisers. Verzweifelt sucht sie nach Verbündeten, denn sie weiß: Alleine wird Sygna untergehen.
In Sygna selbst stemmen sich die alten Zünfte gegen jede Erneuerung. Kilianna Erdhand, Tochter des Großgildenmeisters, ist nicht bereit, dies hinzunehmen. Sie träumt von der Gleichberechtigung aller. Dabei droht ausgerechnet ihr Vater, ihr in den Rücken zu fallen. In seiner Verblendung geht er einen gefährlichen Pakt mit einem mythischen Wesen ein…

Meine Meinung:
Würde mir ein Dichterzeichen zur Verfügung stehen, dann hätte es diese Rezension bestimmt schon viel früher gegeben, weil ich nicht ewig gebraucht hätte um die passenden Worte zu finden xD

Im zweiten Band wird weit über die Stadtgrenzen von Sygna hinaus geblickt und ein großer Teil des Buches spielt außerhalb. Ein Teil der Handlung spielt in Naronne, der Hauptstadt von Aquintien, und ganz ehrlich? Ich würde die Stadt gern mal als Tourist besuchen, die Beschreibungen von ihr sind so schön.
Aber natürlich ist das Geschehen in Sygna immer noch der zentrale Punkt und die Stadt sieht jetztohne ihre Besatzer völlig anders aus. Wo es in Band eins noch ein mehr oder weniger einfaches Sygna versus übermächtiges Aquintien war, sind es hier auf beiden Seiten viele kleine Gruppen, die alle ihre eignen Interessen vorantreiben (oder es zumindest wollen; der Erfolg ist so eine Sache). Die Gruppe um Kilianna versucht allen Bürgen den Zugang zu den Zeichen zu ermöglichen, unabhängig von Geschlecht und Herkunft. Die Gilde will das nicht, weil weniger Macht für die gesetzten Herrn in ihren schönen Villen oberhalb des Pöbels. Und dann ist da noch der Verborgene Hof, der in diesem Band kräftig mitmischt.
Überhaupt fand ich diesen Band in Vergleich zu seinem Politiker noch mal deutlich politischer/feministischer. Nicht mal unbedingt die Handlung an sich, aber es herrschte eine viel größere Grundstimmung nach Art von „We can do it!“, die sich an vielen kleinen Punkten immer wieder zeigte. Egal, ob ein weiblicher General für die Streitmacht, eine Frau im Gildenrat (welch schockierende Vorstellung!) oder so vieles mehr.

Dazu kommt mit der Noccurn-Allianz eine weitere politische Partei ins Spiel, die bisher Sygna freundlich gesinnt scheint, aber ob das auch so bleibt, wenn/falls der gemeinsame Feind besiegt worden ist?
Genauso interessant fand ich jedoch den Einblick in das Leben in Naronne und die Erkenntnis, das die Bürger von Aquintien gar nicht so geschlossen und einige die Politik von Kaiser Yulian unterstützen, sondern es da auch sehr unterschiedliche Meinungen gibt. Dieses differenzierte Bild hat mir sehr geholfen Aquintien nicht nur als unbestimmt bedrohlich-grausame Besatzungsmacht wahrzunehmen, sondern
Und außerdem haben diese Handlungsstränge so einen herrlichen Les Miserables- und Hamilton-Vibe (Die Duellszene ♥).

Aber auch über die Zeichen erfährt die Leserin erfreulich viel mehr. Zum einen werden in der Handlung mehr von den Zeichen angewendet und dadurch, dass sich auch jedes der Urzeichen eine*n Träger*in gesucht hat, wird viel mehr über sie und ihre Möglichkeiten gesprochen.
Und zum anderen wird hier auch nach der Entstehung der Zeichen und der Frage, warum diese gerade in Sygna ihre Macht entwickelt haben, geforscht. Und die da nach und nach entdeckte Mythologie ist so faszinierend. Und voller Überraschungen für alle Beteiligten.

Worüber ich etwas traurig war, ist dass so nebenbei mit Lidia eine super interessant und saucool klingende Frau (sie ist Piratin! <3) erwähnt wird, sie dann aber das ganze Buch nicht mehr vorkommt. Schade, ich hätte gern mehr über sie erfahren, aber vielleicht passiert das ja in Band 3?
Und der Cliffhanger am Ende ist so fies. Also nicht der Cliffhanger an sich (es sind ja eh eigentlich mehrere), der ist eigentlich großartig, weil ich das absolut nicht erwartet habe. Aber jetzt ein Jahr warten, bis es weitergeht? Das ist ganz gemein.

Eine tolle Fortsetzungen, die geschickt auf der Handlung des ersten Bandes aufbaut und die Welt um Sygna gekonnt erweitert und vorantreibt.

Dieser Beitrag wurde unter 4 Sterne, Bücher, Buchbesprechungen, Fantasy abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu {Gelesen} Judith & Christian Vogt: Die verkehrte Stadt

  1. Pingback: {Monatsrückblick} #3/2019 | Mind Palace

Mit der Abgabe eines Kommentars erklärst Du Dich mit der Speicherung und Verarbeitung Deiner Daten durch diese Website einverstanden. Weitere Informationen dazu findest Du in meiner Datenschutzerklärung (https://amerdale.wordpress.com/datenschutzerklaerung/)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.