{Gelesen} Christian Lange: Die ægyptische Maschine

Taschenbuch, 355 Seiten
Feder & Schwert, 2018
ISBN: 978-3-86762-335-3
Eis & Dampf #3
Goodreads

Danke an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

Klappentext:
Als die ænglische Wissenschaftlerin Eve Bailiff London verlässt und zu einer geheimen Mission nach Paris aufbricht, ahnt sie noch nicht, dass es sie und ihren geheimnisvollen Schatten bald in den Orient verschlagen wird.
Osiris, der Vizekönig von Ægypten, der sich schon auf einer Stufe mit den alten Pharaonen des Landes sah, wurde ermordet. Doch sein Geist scheint noch nicht verschwunden zu sein. Mit Hilfe einer antiken Maschine soll Eve Osiris aus der Unterwelt zurückholen. Doch der Dschungel aus Intrigen und Machtspielen am ægyptischen Hof macht es Eve fast unmöglich zu bestimmen, wer Freund und wer Feind ist.
Während Eve mit Hilfe einer kleinen Gruppe Verbündeter versucht, Osiris zu retten, wird jener Mann aktiv, vor dem sie aus London floh. Jener Mann, der ebenfalls an dem Geheimnis der ægyptischen Maschine interessiert ist – Professor Clockworth-Merenge.

Meine Meinung:
Die Buchreihe Eis & Dampf spielt in einer Welt, in der es eine Eiszeit gab und Europa sich zum großen Teil in Dauerfrost befindet. Und nur dank ausgefeilter Technik, vor allem Dampfmaschinen (Eis & Dampf, ne?) überleben kann. Und obwohl, ewiger Winter ja ganz und gar nicht meins ist, faszinierte mich genau das an der Reihe. Ein Europa unter dem Eis, so bekannt und doch völlig anders.
Tja, jetzt spielt der Band aber in Ægypten. Und Ægypten ist grün und warm und praktisch genauso, wie es in unserer Realität auch ist. Diese ganze besondere Atmosphäre des kalten Europas ist hier komplett verloren gegangen.  Ægypten ist einfach Ägypten mit verfremdeter Schreibweise. Und das fand ich doch etwas enttäuschend. Auch wenn ich mich frag, was ich eigentlich anderes erwartet habe. Irgendwo müssen ja die Lebensmittel für das eingefrorene Europa herkommen.

Und vielleicht hätte es mich auch nicht so gestört, wenn mich die Charaktere und die Handlung besser gefangen genommen hätten.
Gerade die Charaktere hatten für mich durchweg einfach zu wenig Persönlichkeit und ich fühlte mich das ganze Buch über nicht mit ihnen verbunden. Ihr Schicksal hat mich nur insofern interessiert, wie es eben die Handlung beeinflusste, aber nie emotional berührt. Was daran liegt, dass die Personen alle nur soweit charakterisiert werden, wie das eben für die Handlung notwendig ist. Ihre Vorlieben, Vergangenheit, Wünsche, Träume, Ängste; auf all das wird nicht eingegangen. Besonders deutlich fand ich das bei Horus, dessen Motivation und Verhältnis zu Osiris ich nie wirklich verstand.
Witzig fand ich aber, dass der Reporter Borchert im Auftrag der Grünen Fee unterwegs ist. Ist das doch auch der Name eines Groschenheftes, welches Kurzgeschichten aus eben der Eis & Dampf-Welt veröffentlicht. Schöne Idee.

Die Handlung selbst war spannend und hatte auch einige Wendungen, die ich so absolut nicht kommen sah. Auch der Einbau der ägyptischen Mythologie und Vergangenheit (Heliopolis!) ist sehr gut gelungen. Aber obwohl mich das Buch von Anfang an fesselte, so fehlt für mich doch etwas der Fokus in der Handlung. Geht es um die Intrigen und die Nachfolge von Osiris? Oder um Eves Flucht vor Professor Clockworth-Merenge? Das Geheimnis der Maschine? Haukes Besonderheit? Es wird immer mal was anderes in den Mittelpunkt gerückt, ohne dass es eine wirkliche Haupthandlung gibt und das fand ich doch etwas verwirrend.

Und auch das Ende war für mich unbefriedigend. Zwar wird der konkrete Konflikt aufgelöst, aber was danach kommt, bleibt total offen. Was macht Eve jetzt? Was fängt Hauke mit seinem Wissen an? Was passiert mit/in dem Machtvakuum in Ægypten?

Alles in allem ist es eine nette Geschichte, aber das war es auch. Die Idee hinter der ægyptischen Maschine ist toll und faszinierend, aber die Ausführung kann das Potential leider nur bedingt umsetzen und es fehlt ihr einfach an Substanz. Aber trotzdem hoffe ich, dass es in der Buchreihe noch viele weitere Bücher gibt von vielen Autor*innen, wenn auch besser wieder im kalten Europa.

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