{Gelesen} Kate Pepper: 5 Tage im Sommer

Originaltitel: Five Days in Summer
Übersetzer*in: Teja Schwaner
Taschenbuch, 313 Seiten
Rowohlt, 2005
ISBN: 3-499-23777-6
Goodreads

Klappentext:
Auf dem Parkplatz eines Supermarktes verschwindet eine junge Mutter. Als ihr Ehemann eine Vermisstenanzeige aufgeben will, nimmt ihn die Polizei nicht ernst. Nur John Geary, ein Ex-FBI-Agent, ist alarmiert. Vor genau sieben Jahren wurde eine andere Frau entführt. Fünf Tage danach verschwand ihr siebenjähriger Sohn. Und tauchte nie wieder auf. Im Gegensatz zu seiner Mutter. Doch die hat seitdem kein einziges Wort gesprochen.

Meine Meinung:
Ich weiß gar nicht mehr, wie das Buch mal in mein Bücherregal gelangt ist. Jedenfalls steht es dort jetzt ungelesen seit Jahren rum und es wurde endlich ma Zeit. Erwartungen hatte ich keine großen, aber ja. Das war auch gut so.

Die Handlung ist okay. Wer schon öfter Thriller gelesen hat, wird hier recht schnell eine korrekte Vermutung über den Täter haben. Es gibt zwar ein paar falsche Fährten, aber die sind ziemlich offensichtlich falsch. Trotzdem ist es unterhaltsam genug der Polizei bei ihrer Suche bis zum Schluss zuzusehen.
Es ist praktisch einfach ein durchschnittlicher Thriller. Einige Klischees, allen voran der in Rente gegangene Super-Cop, der besser ist als alle anderen, einige Logiklücken, aber okay. eben durchschnittlich, nicht schlecht.

Bis auf einen Punkt und der ist dafür verantwortlich, dass aus einer 3-Sterne Bewertung gerade noch so eine 2-Sterne Bewertung wurde. Und das ist die Role der Frauen in dem Buch. Zum einen ist da die entführte Mutter, der im Klappentext nicht mal eine Nennung des Namens gegönnt wird – sehr bezeichnend. Sie dient einzig dazu, die Handlung von verschiedenen Männer im Buch voranzutreiben: einmal logischerweise der Entführer, dann der Polizist, der sie suchen darf, und zuletzt ihr Mann, der verzweifelt Dummheiten begehen darf. Sie selbst bekommt nahezu kein Profil uns ist einfach passives Opfer. Abgesehen von ihrer Entführung – und an der ist sie ja auch nicht aktiv beteiligt -, hat sie null Einfluss auf die Handlung.
Und dann ist da noch John Geary, SuperCop und Sexist ersten Ranges, dessen Vorname mit Dick so viel besser gefällt gewesen wäre. John war ein großes Tier beim FBI und hat diese Position genutzt um sich einer Auszubildenden in sehr deutlicher Absicht (Stichwort: Grab them by the pussy) zu nähern. Die Frau hat allerdings genau richtig reagiert und sich über ihn beschwert. Was zu seiner Suspendierung und schließlich zur Versetzung im Ruhestand führte. So weit, so ekelhaft. Aber immer wenn im Buch die Rede auf diesen Vorfall kam, wurde die Frau zum einen schon als Mädchen abgewertet und zum anderen als die Schuldige für Gearys Karrierende dargestellt. Nicht, dass der Arsch nicht seine Finger bei sich behalten konnte, sondern dass das frigide Mädel so blöd war und die Voreile des Arrangements nicht sehen konnte.
Und diesen Kotzbrocken von präsidialer Qualität präsentiert das Buch dann seinen Leserinnen als strahlender Held, Retter und inbegriffen des Polizisten als Freund und Helfer. Und das geht echt gar nicht.

Nee, ich kann das Buch echt nicht weiterempfehlen. Hab allerdings noch eines der Autorin im Bücherregal stehen und bin gespannt, ob ich auf das gleiche miserable Frauenbild stoßen werde.

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