{Gelesen} Andrea Schacht: Der dunkle Spiegel

Taschenbuch, 358 Seiten
Club Bertelsmann, 2006
Begine Almut #1
Goodreads

Klappentext:
Köln im Jahre des Herrn 1376: Sind die selbstbewussten Frauen des Beginen-Konvents am Engelstein etwa Ketzerinnen und Giftmischerinnen? Die junge Begine Almut Bossart, Witwe eines Baumeisters, macht sich kühn an die Aufklärung des Giftmordes im Haus eines Weinhändlers. Doch nicht nur die Neugier treibt sie – es steht zu befürchten, dass die Inquisition sie selbst für die Tat verfolgen wird.

Meine Meinung:
Vor wenigen Wochen noch schrieb ich, dass es bestimmt bessere in Köln spielende historische Krimis geben würde als Schätzings Tod und Teufel. Und nun kann ich sogar ein ganz konkretes Beispiel nennen.

Bei dem Roman handelt es sich um den ersten Band einer Reihe, aber trotzdem ist die Handlung an sich abgeschlossen. Offen bleiben nur ein paar Fragen nach der Vergangenheit von Pater Ivo und Begine Almut – den zwei Hauptpersonen der Reihe -, aber es lässt sich auch gut als Einzelband lesen.

Almut ist eine Begine, was sich sehr kurz und ungenau als eine Art weltliche Nonne bezeichnen lässt. Damit ist sicher eine ungewöhnliche Figur und auch nicht die typische Frauenfigur in einem Mittelalterroman. Dazu kommt, dass Almut teilweise auch Ansichten hat, die für ihre Zeit nicht gerade typisch sind, sondern fast modern wirken. Ader dann gibt es auch wieder Szenen, in denen sie wie ein Kind ihrer Zeit wirkt. Offen getragene Haare – ein unvorstellbarer Skandal. Insgesamt war mir Almut sehr sympathisch, was auch daran liegt, dass sie spricht ohne sich vorher Gedanken über ihre Worte zu machen. Das bringt ihr oft Ärger und sie auch in einige peinliche Situationen, aber für mich als Leserin war es herrlich erfrischend und unterhaltsam. Über Pater Ivo erfährt man (noch?) nicht so viel, aber mit seiner zurückhaltenderen, unüberlegten Art bildet er eine gute Ergänzung zu Almuts spontanem Wesen. Und ich mag seinen feinen Humor.

So nebenbei erfährt man auch einiges über das Leben der Beginen und die Schwierigkeiten mit denen sie zu kämpfen hatten. Von Problemen mit geistiger Obrigkeit bis hin zu finanziellen Existenznöten. Toll fand ich dabei, dass die restlichen Beginen, mit denen Almut zusammenlebt, zwar nicht unbedingt große Rollen in dem Buch spielen, aber trotzdem alle ihr eigenes Wesen  haben und einem deutlich in Erinnerung bleiben.

Die Krimihandlung  selbst ist nicht sonderlich anspruchsvoll. Zwar durchaus spannend, aber das ist mehr durch die Frage „wie findet Almut die Wahrheit heraus“ und nicht durch die Frage „Wer ist der Mörder“ gegeben. Für im Genre geübte Leser*innen lässt sich letztere Frage doch früh und eindeutig erkennen. Aber mitzuerleben, wie starrköpfig Almut sich in die Frage nach dem Täter verbeisst und was sie im Zuge ihrer Nachforschung erlebt und erfährt, ist unterhaltsam.

Nicht der anspruchsvollste Krimi und auch nicht der hochwertigste historische Roman, den ich jemals gelesen habe, aber ein sehr unterhaltsames Lesevergnügen, das vor allem mit seiner weiblichen Hauptfigur punkten kann.

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Veröffentlicht unter 4 Sterne, Bücher, Buchbesprechungen, Historical | Verschlagwortet mit , , | 5 Kommentare

{Gesehen} Marseille Staffel 1

Image imdb.com

Darum geht es:
Robert Taro war 20 Jahre Bürgermeister der Stadt Marseille. Seiner erkrankten Frau zuliebe will er sich aus der Politik zurückziehen und das Amt seinem Stellvertreter Lucas Barrès überlassen.
Taros Tochter Julia ist aus dem Ausland zurückgekehrt und beginnt ein Volontariat bei der Zeitung „Provence“. Ihre Recherchen führen sie in die Problemviertel der Stadt, wo sie den Kleinkriminellen Selim kennenlernt. Die beiden beginnen eine stürmische Affäre und provozieren damit Julias ehemaligen Freund Eric.
Als Taros designierter Nachfolger Lucas Barrès gegen eine geplante Luxus-Bebauung des Hafengeländes votiert sieht der Bürgermeister sein politisches Vermächtnis in Gefahr. Hin- und hergerissen zwischen dem Wohl seiner Familie und den eigenen Ambitionen sieht Taro sich gezwungen, erneut zur Wahl anzutreten.
Er tritt gegen seinen ehemaligen Protegé an, der einen unerbittlichen Wahlkampf voller Hass und Intrigen führt.

Trailer:

Eckdaten:
Sender: Netflix
Jahr: 2016
Staffel: 1; eine zweite wurde bestellt, gibt aber noch kein Sendedatum
Anzahl Folgen/Staffel: 8
Laufzeit einer Folge: etwa 55 Minuten
Schauspieler: Gérard Depardieu, Benoît Magimel, Géraldine Pailhas, Stéphane Caillard, Nadia Farès, Carolina Jurczak,

Meine Meinung:
Wie viele Serien fallen euch ein, die nicht aus den USA, UK oder Deutschland stammen? Ziemlich wenig, oder? Und wie oft wird auf den großen Serien-/Medienportalen darüber gesprochen? Und wo bekommt man sie zu sehen, mal abgesehen von arte und dergleichen mittwochs um drei Uhr morgens?

Und genau deswegen bin ich Netflix sehr dankbar, dass sie auch Serien in anderen Ländern produzieren und einem leicht zugänglich machen. Das funktionierte super bei Rita/Hjørdis und auch 3% fand meine Begeisterung. Nun also mit Marseille ein französisches Projekt. Ich war etwas skeptisch, weil es a) französisch ist und ich die Sprache seit meinem halben Jahr Französischunterricht (das war die schlechteste Entscheidung meiner Schulzeit) ganz und gar nicht mag. Ich hab die Serie übrigens deswegen auch auf Deutsch gehört, was sehr ungewohnt war aber funktionierte – nachdem ich obigen Trailer jetzt mit den französischen Originalstimmen gesehen hab, muss ich sagen, teilweise passten die deutschen für mich sogar besser. Und b) wurde die Serie als europäisches House of Cards beworben. Und HoC fand ich nicht so pralle (schon vor Bekanntwerden von Spaceys sexueller Belästigung).

Aber Marseille hat mich überrascht. Im doppelten Sinne. Denn die Serie heißt nicht nur so, sondern sie wurde auch in Marseille gedreht. Und wow, die Stadt hat einige schöne (und ja auch genauso viele sehr unschöne) Ecken. Gibt einige sehr zauberhafte Aufnahmen vom Hafen und dem Rathaus, welche Lust auf einen Urlaub dort machen.

Aber zurück zur Serie. Sie hat teilweise einen soap opera-Charakter und es ist höchst unrealistisch, wer mit wem verwandt ist und was alle für dunkle Geheimnisse haben – aber gleichzeitig auch höchst unterhaltsam. Schauspielerisch war etwas ich enttäuscht von Depardieu, der nie wirklich überzeugend den Bürgermeister einer Großstadt gab, sondern viel zu passiv und desinteressiert wirkte. Wobei das möglicherweise auch daran liegen könnte, wie seine Figur geschrieben war. Bei den restlichen Schauspieler*innen kann ich nicht sagen, wie bekannt sie wirklich sind – ich kannte vorher zumindest niemanden – aber ich fand sie sehr beeindruckend. Gerade Géraldine Pailhas als unglückliche Frau des Bürgermeisters fand ich mehr als überzeugend.

Inhaltlich geht es vor allem um den Wahlkampf zwischen Toro las Amtsinhaber und seinem einstigen Protege und jetzt Gegner Barres. Übrigens mit einem sehr albernen Ende im Staffelfinale. Und während dieser Wahlkampf wirklich alle Klischees aufgreift – von Drogenmissbrauch über Sex-Affären bis hin zu Wahlmanipulation -, werden doch auch immer gesellschaftskritische Themen gestreift. Seien es die Szenen in den Armenvierteln mit der hohen Kriminalität, der man nicht entkommen kann (und in welche die Politik natürlich auch irgendwie verstrickt sein muss – ich sag ja soap opera Elemente). Genauso wie die kulturellen Spannungen in Marseille ihren Platz bekommen.

Kein Meisterwerk und auch nicht wirklich eine ernst zu nehmende Politikserie, aber ich hab mich über alle acht Folgen hinweg gut unterhalten gefühlt. Und es entwickelte eine ganz eigene französisch-mediterrane Atmosphäre, die mir so noch nicht begegnet ist.

Veröffentlicht unter 4 Sterne, Contemporary, Crime, Serien | Verschlagwortet mit , | 1 Kommentar

{Gelesen} Die Grüne Fee (Band 1 & 2)


Band 1:
Heft, 57 Seiten
Federfechter,2016
Mitwirkende: Judith C. Vogt, Christian Vogt, Mia Steingräber, Tobias Rafael Junge
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Band 2:
Heft, 81 Seiten
Federfechter, 2017
Mitwirkende: Caryad, Janina Robben, Henning Mützlitz, Christian Lange, Fabian Mauruschat, Judith C. Vogt, Christian Vogt, Mia Steingräber, Tobias Rafael Junge
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mehr Informationen: www.die-gruene-fee.net

Beschreibung (Band 1):
Die Grüne Fee – Die Gro­schen­heft­sen­sa­tion des Jah­res 905 A.N.
905 Jahre sind seit Be­ginn der Eis­zeit im Mit­tel­al­ter ver­gan­gen. Doch se­gens­rei­che Er­fin­dun­gen wie Dampf­ma­schine und Luft­schiff er­mög­li­chen das Über­le­ben in der Kälte und neue Er­kennt­nisse zu Elek­tri­zi­tät und Æro­nau­tik sind da­bei, das Ge­sicht der Zi­vi­li­sa­tion für im­mer zu ver­än­dern.
Die Grüne Fee, der krea­tive Geist im Ab­sinth, leiht die­sem zeit­ge­nös­si­schen Gro­schen­heft ih­ren be­rühmt-be­rüch­tig­ten Na­men. Las­sen Sie sich von aben­teu­er­li­chen Ge­schich­ten und phan­tas­ti­schen Il­lus­tra­tio­nen nicht nur in die Hoch­zeit des Ab­sinths ent­füh­ren, son­dern auch in die Eis­zeit. Die al­ter­na­tive Welt von Eis und Dampf er­war­tet Sie!

Meine Meinung:
Es war ein Panel auf dem BuCon, bei der Judith und Christian Vogt eine Kurzgeschichte aus dem zweiten Band aufführten, das meine Aufmerksamkeit erst wirklich auf die grüne Fee lenkte und mich dazu brachte die beiden Bände spontan zu kaufen.

Und es ist großartig. Ich kenne zwar (noch) nichts weiter von der Welt aus Eis & Dampf, aber das stört zum weiteren Verständnis überhaupt nicht. Alles, was man wissen muss, ist, dass Europa von einer seit Jahrhunderten dauernden Eiszeit eingefroren wurde und Dampfmaschine und Luftschiffe triumphieren. Cooler Steampunk also in jeglichem Sinne 😉

Aber was die beiden Hefte so toll macht, sind nicht mal die Geschichten. Nicht weil diese schlecht sind, ganz im Gegenteil ich hab mich mit großem Vergnügen durch sie hindurch gelesen. Aber das besondere ist einfach die gelungene Aufmachung mit so viel Liebe und Aufmerksamkeit für die kleinsten Details. So sieht beispielsweise eine Doppelseite aus Band 1 aus:

(die Anzeigen sind übrigens von real existierenden Unternehmen)
Es ist alles super aufeinander abgestimmt und einfach schön anzusehen. Und passt wirklich auch perfekt zu dem Setting der Geschichten, so dass sich beim Lesen eine wunderbare Atmosphäre entfaltet und einen gefangen nimmt.

Die Geschichten selbst haben natürlich das grundlegende Setting als gemeinsames Element, sind ansonsten aber herrlich unterschiedlich in ihrer Gestaltung. Das reicht von dem verhätschelten Teenager, der in ein großes Abenteuer aufbricht, bis hin zu einer äußerst denkwürdig verlaufenden Verlobungsfeier. Und zwischendrin begegnet uns dann auch noch Sherlock Holmes. Und Jack the Ripper. Und ach am besten lest ihr selbst, dass ist viel vergnüglicher. Ihren (eh nicht hohen) Preis sind die beiden Hefte mehr als Wert.

Ein ganz besonderes Werk, dass in dieser Form wohl auch einzigartig ist und von dem es hoffentlich noch viele weitere Ausgaben geben wird. Mich hat es nebenbei auch motiviert einen Blick in seine größeren Geschwister, die Romane und Anthologie aus der Welt von Eis & Dampf, zu werfen.

Veröffentlicht unter 4 Sterne, Bücher, Buchbesprechungen, Fantasy | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 2 Kommentare

{Gesehen} The Crown – Season 1

Image via imdb.com

Darum geht es:
The Crown focuses on Queen Elizabeth II as a 25-year-old newlywed faced with the daunting prospect of leading the world’s most famous monarchy while forging a relationship with legendary Prime Minister, Sir Winston Churchill. The British Empire is in decline, the political world is in disarray, and a young woman takes the throne….a new era is dawning. Peter Morgan’s masterfully researched scripts reveal the Queen’s private journey behind the public facade with daring frankness. Prepare to be welcomed into the coveted world of power and privilege and behind locked doors in Westminster and Buckingham Palace….the leaders of an empire await.

Trailer:

Eckdaten:
Sender: Netflix
Jahr: 2016
Staffel: 1 von bisher 4 geplanten
Anzahl Folgen/Staffel: 10
Laufzeit einer Folge: etwa 60 Minuten
Schauspieler: Claire Foy, Matt Smith, Victoria Hamilton, Vanessa Kirby, John Lithgow, Ben Miles, Jeremy Northam, Pip Torrens, Nicholas Rowe

Meine Meinung:
Ich mag historische Stoffe sehr gern, egal ob Buch, Film oder Serie. Aber meistens bewege ich mich da in Zeiten die schon mindestens 100 Jahre eher mehr her sind. Was auch bedeutet, dass die darin vorkommenden Personen, sofern es sie wirklich gegeben hat, tot sind. Und überhaupt sind die zentralen Figuren ja meist fiktiv und historische Persönlichkeiten spielen nur eine Nebenrolle.

All das ist in The Crown nicht gegeben. Die Handlung fängt 1947 an und erstreckt sich in der ersten Staffel bis ins Jahr 1956, also eine Zeit, die noch nicht wirklich lange zurückliegt. Und mit der Familie Windsor steht nicht nur eine real existierende Familie im Mittelpunkt der Serie, der Großteil der Charaktere und besonders die zentrale Figur, Queen Elizabeth, sind noch gesund und munter.
Und obwohl ich es absolut nicht erklären kann warum, war das irgendwie ein seltsames Gefühl, dass es da jetzt schon als zu ihren Lebzeiten eine Serie über sie gibt. Keine Ahnung, ob und wie sehr Queen Elizabeth und Co in die Entwicklung der Serie und der einzelnen Drehbücher eingebunden waren und ob sie grundsätzlich ihre Zustimmung gegeben haben, aber teilweise kam ich mir da fast etwas wie ein Voyeur vor, gerade bei eher privaten Szenen.

Aber wenn ich dieses Gefühl ignorierte, nahm mich die Serie schnell gefangen. Klar, es geht um eine königliche Familie und viel Politik in einem zerfallenden Weltreich. Aber gleichzeitig ist das ganz auch die Geschichte einer jungen Frau, die auf einmal nen Job bekommt und realisiert, dass sie dem überhaupt nciht gewachsen ist und zumindest anfangs vollkommen überfordert ist. Und gleichzeitig ist da auch noch eine Familie, voller Leute, die alle irgendwas wollen und denen sie irgendwie gerecht werden muss. Was gar nicht möglich ist.

Ich kann Claire Foy gar nicht genug loben für ihre Darstellung der jungen Queen Elizabeth. Es ist großartig, wie sie mit ganz wenig Mimikveränderung subtile Gefühlsveränderungen ausdrücken kann.
Aber wirklich ans Herz gewachsen ist mir vor allem Princess Margaret mit ihrer lebensfrohen unkonventionellen Art. Churchill dagegen war furchtbar anstrengend und sowas von unsympathisch. Wobei eigentlich fast jeder zumindest mal temporär unsympathisch wirkte, egal wer.
Aber ganz allgemein ist der Cast wirklich nur zu loben. Nicht nur für die durchgehend gute Leistung, sondern auch dafür wie ähnlich alle Bildern von dem historischen Persönlichkeiten sehen.

Große Politik passiert natürlich auch, es ist die Zeit nach dem Weltkrieg und Europa befindet sich im Umbruch. The United Kingdom erst recht, das Commonwealth zerfällt immer mehr. In der Serie bekommt das aber mehr am Rande mit. Man wird zwar Zeuge einiger Kabinettssitzungen – Churchill ist in der Serie die zweitwichtigste Figur und mehr oder weniger der Gegenspieler zu Elizabeth -, aber da geht es auch mehr um das Verhältnis von Regierung zu Queen und weniger um Weltgeschehen.
Aber es gibt immer mal wieder Einblicke in das Leben um 1950 und das fand ich hochinteressant. So Dinge wie die Smog-Katatrophe von 1952 mit Tausenden Toten, von der ich vorher noch nie gehört hatte, wird zum Beispiel ausführlich behandelt. Schon allein dafür lohnt sich das Anschauen.

Ein sehr interessanter Serienauftakt, wobei ich die historische Korrektheit nicht unbedingt beurteilen möchte und kann. Aber es sieht sehr beeindruckend und authentisch aus. Meine Erwartungen hat die Staffel deutlich übertroffen und ich freue mich, dass es schon im Dezember mit der zweiten Staffel weitergeht.

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{Gelesen} Joss Whedon: Buffy the Vampire Slayer: Tales

weitere Autor*innen: Amber Benson, Jane Espenson, Drew Goddard
Illustrator*innen: Gene Colan, Tim Sale, Paul Lee, Steve Lieber
eBook, 290 Seiten
Dark Horse, 2011
ISBN: 978-1-59582-644-2
Goodreads

Darum geht es:
Before Season Eight, Joss Whedon brought generations of Slayers and vampires to comics with the help of his acclaimed TV writing team and some of the best artists to ever grace the comics page. Now all those stories, plus selected stories from Season Eight, are collected in one deluxe hardcover with a new cover by Jo Chen.
Joss writes multiple tales: a somber vamp tale, drawn by Cameron Stewart; the story of the first Slayer, drawn by Leinil Yu; and more.
Buffy the Vampire Slayer: Tales also reprints for the first time new Season Eight stories written by novelist Jackie Kessler (Hell’s Belles) and award-winning cartoonist Becky Cloonan (Demo), featuring vampires living in the public eye, killing Slayers and killing each other.

Meine Meinung:
In dem Comicband sind verschiedene Geschichten versammelt, bei denen im ersten Teil im Mittelpunkt die Person des Slayers steht. Womit allerdings nicht nur Buffy gemeint ist, denn der Comic nimmt uns mit auf eine Zeitreise – von weit in der Vergangenheit bis in die Zukunft.
Im zweiten Teil bekommt die Leserin  dann das genaue Gegenteil – der bedeutendste  Gegenspieler, naja zumindest im Englischen…, der Vampire Slayerin steht im Mittelpunkt selbst. Dracula und seine Kinder. Aber auch hier liegt das gleiche Prinzip der Reise durch die Jahrhunderte und die verschiedenen Ausprägungen von Vampiren zu Grunde. Allerdings gibt es in diesem Teil eine Rahmenhandlung dazu.

Ich will jetzt gar nicht unbedingt auf jede einzelne der knapp 30 kurzen Geschichten eingehen (Wulf hat eine großartige Übersicht (+Teil II) erstellt), aber sie zeigen, was für eine tiefe und komplexe Hintergrundgeschichte hinter Buffy steht. Und sie gelten auch tatsächlich als Canon, was ja aber bei der Beteiligung von Whedon nicht weiter verwunderlich ist.

Von Geschichte zu Geschichte wechselt der Erzähl- und auch der Zeichenstil und nicht alle haben mir gleich gut gefallen. So konnte ich beispielsweise mit Broken Bottle of Djinn kaum etwas anfangen, während mich Sonnenblume inhaltlich sehr beeindruckt hat, aber ich den Zeichenstil als anstrengend empfand.

Interessant wohl wirklich nur für Buffy-Fans, die einen Einblick in das Leben von Slayern vor und nach Buffy und Faith bekommen wollen. Für diese allerdings ist dies meiner Meinung nach ein sehr lohnender Comicband, eben genau weil er über die aus der TV-Serie bekannten Charaktere, von denen aber auch einige hier in manchen Geschichten einen Auftritt haben, weit hinausgeht.

Veröffentlicht unter 4 Sterne, Comic, Fantasy, Young Adult | Verschlagwortet mit , , , , , | 2 Kommentare

{Gesehen} Thor: Ragnarok

Image imdb.com

Darum geht es:
Thor’s world is about to explode. His devious brother, Loki, has taken over Asgard, the powerful Hela has emerged to steal the throne for herself and Thor is imprisoned on the other side of the universe. To escape captivity and save his home from imminent destruction, Thor must first win a deadly alien contest by defeating his former ally and fellow Avenger – The Incredible Hulk.

Trailer:

Eckdaten:
Jahr: 2017
Land: USA
Laufzeit: etwa 130 Minuten
FSK: 12
Darsteller: Chris Hemsworth, Tom Hiddleston, Cate Blanchett, Mark Raffalo,  Idris Elba, Jeff Goldblum, Tessa Thompson, Karl Urban, Anthony Hopkins, Benedict Cumberbatch

Meine Meinung:
Ich hatte vor dem Film einige Zweifel, ob mir dieser Teil gefallen würde. Die Trailer mit ihrem Humor und dem Hauch 80er Charme erinnerten mich stark an Guardians of the Galaxy und das fand ich ja mal gar nicht so toll.

Aber der Film entwickelte sich zu einer echten Überraschung und – was ich so vorher nie erwartet hatte – ist für mich der bisher beste Thor-Film. Und dabei hat er so ziemlich gar nichts mit den vorigen Filmen gemein. Also klar, Loki und Thor. Aber der Ton ist komplett anders. Viel mehr Humor und Witz und trotz allem Dramatik – immerhin steht die Existenz von Asgard auf dem Spiel – ist er viel lockerer und nimmt sich überhaupt nicht ernst.
Aber gleichzeitig hab ich an einige Stellen auch durch Kritik an unserer Gesellschaft gesehen oder zumindest hinein interpretiert. Zum einen ist da Sakaar mit seinem Müll und der völlig auf Großevents und Unterhaltung um jeden Preis. Aber auch das Übermalen von Gemälden mit beschönigten Versionen wirkte für mich wie Kritik am Vorgehen gewisser Religionen.

Die Handlung selbst folgt mehr oder weniger dem bewährten Marvel-Schema und ist auch nicht wirklich viel zu sagen. Unterhält, hat ein paar Wendungen, viel Action und Kampfszenen. Es greift halt mal keiner New York an, das ist schon fast die große Abwechslung 😉 Es gibt ein paar Punkte, die ich unlogisch fand und je länger ich darüber nachdachte um so mehr wurden es auch. Da sich da aber spoilerfrei nun wirklich nicht drüber reden lässt, hab ich die Gedanken dazu ganz an das Ende des Beitrags verfrachtet. Lesen bitte nur auf eigene Gefahr.
Die nordische Mythologie rund um Ragnarok wird natürlich komplett auf den Kopf gestellt, aber das ist ja nichts neues. Das fing ja schon damit an, dass bei Marvel Loki und Thor Brüder sind und wird halt einfach nicht mehr besser. Wobei ich es aber schon schade fand, dass Fenris und Surtur vorkommen, aber Jörmungandr nicht.

Interessanter sind da die Charaktere und zwar sowohl neue als auch alte. Zu meiner größten Überraschung schafft der Film es mir Heimdall und tatsächlich auch Odin das erste Mal als halbwegs sympathisch erscheinen zu lassen. Und ich mag Heimdalls Frisur xD
Aber auch Loki und Thor haben sich merklich weiter entwickelt, seit wir sie das letzte Mal gesehen haben gerade auch was ihr Verhältnis zueinander angeht. Aber untröstlich bin ich darüber, dass Thor nen neuen Haarschnitt hat. Das geht einfach gar nicht. Dafür kann Hemsworth hier aber auch sein nicht gerade geringes Comedy-Talent sehr gut einbringen.
Und von Doctor Stranges Auftritt bin ich etwas enttäuscht gewesen. Zu kurz, und irgendwie auch zu unwichtig und vor allem kein Dialog zwischen ihm und Loki, fand ich sehr schade, weil die beiden sich bestimmt zum Thema Magie viel zu sagen hätten.

Und dann sind da natürlich all die neuen Charaktere, vor allem Hela, Valkyrie (die ja eigentlich noch nen ‚richtigen‘ Namen haben müsste, oder?) und Skurge. Und sie sind alle toll. Hela ist praktisch ne weibliche Version von Loki, also kein Wunder, dass ich sie mochte. Großartiger Kopfschmuck auch.
Und Valkyrie ❤ Ich hätte mir gewünscht ihr Flashback wäre ausführlicher gewesen aber auch so versteht man als Zuschauer schnell, warum sie so ist wie sie ist.
Skurge hat eine vergleichsweise kleine Rolle, aber entwickelt sich trotzdem schnell zu einem komplexen Charakter.

Wer überhaupt nicht auftaucht ist dagegen Thors inzwischen Ex-Freundin plus ihr Anhang an Wissenschaftlern. Also Portmans Rolle, die mich so beeindruckt hat, dass mir der Name nicht einfällt und ich echt zu faul bin zum googlen. Was aber auch nur insofern ein Verlust ist, als es damit auch keinen Grund für Darcy gibt. Ich mein der Film spielt nicht auf der Erde, Darcy hätte so oder so nicht dazu gepasst. Aber verdammt, sie hätte vom Humor her wirklich das perfekte letzte Puzzleteil bedeutet.

Was es recht wenig gab, sind Bezüge zu anderen Filmen des MCU, aber das war bei Thor ja schon immer so. Mit Hulk/Banner hat natürlich noch ein weiterer Avenger eine große Rolle und Doctor Strange taucht kurz auf. Ansonsten gibt es noch etwas Namedropping und Lokis Rolle in Avengers wird kurz erwähnt. Aber das war es auch schon so ziemlich.

Bechdel Test: 1/3 erfüllt
1) es gibt zwei namentlich eingeführte Frauen: Hela und Valkyrie
2) die sich miteinander unterhalten: nope
3) über etwas anderes als einen Mann: nope

Ach, fuck you Marvel. Echt.

Ab hier Spoiler! Zum Lesen bitte markieren.

1) Warum kommt denn keiner auf die Idee sich zu erkundigen, wer denn bitte Helas Mutter sei? Frigga? Ich mein hallo? Odin und Frigga sind blond. Hela ist dunkelhaarig (insert Game of Thrones Joke here). Und mir kann doch keiner erzählen, dass diese Ähnlichkeit zu Loki reiner Zufall ist und niemandem aufgefallen ist. Sie hat selbst sein Farbschema bei der Kleidung übernommen – was ich verdammt unfair finde, Loki steht grün besser als dieses alberne blau.
2) Das kann doch nicht ernsthaft funktioniert haben, dass Thor und Loki niemals von einer älteren Schwester gehört hätten. Asgardians werden ja scheinbar steinalt und wenn Odin bis jetzt überlebt hat, muss es doch noch genauso viele lebende Asgardians geben, die sich an Hela erinnern können. Zumindest Gerüchte müssen da auch Thor und Loki gehört haben. Das ergibt null Sinn.
3) Genauso wie der Kampf von Hulk und Fenris auf dem Bifrost. Also nein, der Kampf schon, der ist klasse. Aber die fallen von der verdammten Regenbogenbrücke. In einen Ozean. Wasser. Sonst passiert nichts.
Erinnert ihr euch an noch jemanden, der mal spektakulär von genau diesem Ding gefallen ist / losgelassen hat? Loki in Thor 1? Und in einem Void gesunken ist, bis er auf Thanos‘ verdammten Planet strandete? Wo war da der Ozean? War gerade bedauerlicherweise Ebbe oder was?
4) Asgard besteht also nur aus der Stadt und ein bisschen Küstengedöhns…. Das ist der ganze Planet? Wo bekommen die ihre ganzen Lebensmittel her? Importieren sie die aus Vanaheim und Co? Ich hab so viele Fragen wie das Wirtschaftssystem funktioniert und nirgends gibt es Antworten.
5) Oh und Loki als Odin. Wie kann das denn bitte niemand aufgefallen sein? Allein die Statue. Und Heimdall hat es wohl gesehen (so interpretiere ich zumindest seinen Ersatz durch Skurge), aber sonst weiter nichts gemacht als zu ‚kündigen‘? Hä?

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{Monatsrückblick} #10/2017

Gelebt:
Wohooo, in 52 Tagen ist Weihnachten 😀
Aber zurück zum Oktober. Der erfreulich sonnig und warm war. Arbeitstechnisch war es dank Urlaub und Krank von Kollegen ziemlich stressig, so dass ich privat nicht viel unternommen hab. Große Ausnahme: Das Wochenende mit Buchmesse und BuCon. Ansonsten wird es Winter und damit kalt [was war ich am Montag Morgen bei 1°C froh, dass mein Auto im Schuppen steht und die Scheiben nicht eingefroren waren] und vor allem auch dunkel. Damit und dank des bescheuerten Konzeptes der Uhrumstellung – Sommerzeit forever please – ist es dunkel, wenn ich Feierabend mache und dementsprechend wenig Lust hab ich mich noch im Freien zu bewegen. Weswegen jetzt ein Crosstrainer hier rumsteht. Hat den großen Vorteil, dass ich dabei Serien schauen kann ❤

Gelesen:
Erste Feststellung: Mir ist kein einziges Buch im Gedächtnis geblieben und ohne meine Liste wäre ich jetzt sowas von aufgeschmissen. Das ist dann wohl auch schon alles, was man in qualitativer Sicht über den Lesemonat Oktober wissen muss.
Aber der Vollständigkeit halber: Ich hab die Angel-Comicreihe After the Fall beendet, die zum Ende hin immer merkwürdiger wurde. Außerdem auch gleich noch die zwei Angel-Comics A Hole in the World (behandelt nochmals Fred Tod und ach *schnief*) und Auld Lang Syne (öhm ja, war okay, glaub ich). An Büchern selbst war Verdorbenes Blut das erste, von welchem ich mir soviel mehr versprochen hatte, aber aus der guten Grundidee wurde einfach nur ein ziemlich wirrer Thriller. Dann Some Girls are, ein Young Adult Buch über Mobbing, das ziemlich unrealistisch war. Gefolgt von Kann den Küssen Sünde sein, einem netten aber so was von durchschnittlichen Chicklit-Roman (über den dämlichen deutschen Titel will ich gar nicht erst reden). Und dann war da noch Die Macht des Zweifels von Jodi Piccoult, wie immer bei ihr zu einem hochinteressanten, schwierigen und komplexen Thema aber dieses Mal fand ich die Hauptfigur furchtbar.
Und last but not least der Höhepunkt des Monats: Der dunkle Spiegel, ein leichter, aber unterhaltsamer Mittelalterkrimi.

Gesehen:
Die erste Staffel von The Crown habe ich beendet und ja kann man sehen. Arme Margaret, ey. Erstaunlich, wie viel sich da in den Anschauungen in den paar Jahrzehnten geändert hat. Und Mensch, ist Churchill in der Serie unsympathisch. Also noch unsympathischer als sie eh fast alle sind. Außerdem noch die wöchentlichen Folgen von Star Trek: Discovery und ich weiß nicht. Ich finde es ist an sich keine schlechte SciFi-Serie bisher, aber es fühlt sich für mich absolut nicht nach Star Trek an. Außerdem einen großen Teil der ersten Staffel von Full House und das unterhaltsamste daran sind die Frisuren und die Kleidung xD Und dank vieler freier Tage gegen Ende Oktober tatsächlich auch die komplette zweite Staffel von Supernatural und sie ist so viel besser als die erste.
Außerdem noch gesehen: zum zweiten Mal The Night Manager. Und Going Postal, worüber ich tatsächlich auch schon gebloggt habe.

Geschnappt:

nicht auf dem Bild: noch 39 e-Books
Ich sag’s euch HumbleBundle ist Fluch und Segen zugleich.

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{Gesehen} Mary kills People (Season 1)

Image imdb.com

Darum geht es:
The series follows Dr. Mary Harris, a single mother and emergency doctor by day, who also moonlights as an underground angel of death — helping terminally ill patients who want to die and slip away on their own terms. So far Mary has managed to stay under the radar; but business is booming, and her double life is getting complicated. When her world starts to unravel, Mary realizes she’s going to have to fight dirty if she’s going to stay in the killing game.

Trailer:

Eckdaten:
Sender:  Global (Kanada)
Jahr: 2017
Staffel: 1 von bisher 2
Anzahl Folgen/Staffel: 6
Laufzeit einer Folge: etwa 60 Minuten
Schauspieler: Caroline Dhavernas, Jay Ryan, Richard Short, Lyriq Bent, Greg Bryk, Sebastien Roberts, Abigail Winter

Meine Meinung:
Irgendwo in den Weiten des Internets bin ich über die Serie gestolpert und war ganz begeistert davon, dass die Leute dahinter den Mut hatten die Thematik der aktiven Sterbehilfe als Grundlage für eine Serie zu nehmen. Und dann auch noch Caroline Dhavernas als Hauptfigur, die mich schon als Alana Bloom in Hannibal begeisterte. Meine Vorfreude und Erwartungen waren dementsprechend hoch.

Und nun ja.
Frau Dhavernas ist wie erwartet großartig als die titelgebende Mary und zeigt eine große Bandbreite von eiskalt kalkulierend bis hin zu Verletzlichkeit und emotionalster Hilflosigkeit. Und auch die restlichen Rollen sind super gespielt. Überhaupt ist handwerklich an der Serie nichts auszusetzen. Sie sticht jetzt nicht durch irgendwelche großen Effekte heraus, aber das würde auch nicht zur Handlung passen.

Aber die Handlung, da beginnen die Probleme. Oder besser gesagt Enttäuschungen. Denn die Serie setzt einfach andere Schwerpunkte, als ich mir erhofft hatte. Ich hatte gehofft, dass aktive Sterbehilfe darin von den verschiedensten Blickwinkel (Mary als aktiv auf Wunsch Tötende, die Sterbenden, deren Angehörige, Vertreter der Staatsgewalt, die von berufswegen dagegen sein müssen, es aber als Person zum Teil vielleicht gar nicht sind) beleuchtet und diskutiert würde und der Zuschauer auch herausgefordert wird, sich eine Meinung zu bilden beziehungsweise seine Meinung zu überdenken.
Aber all das kommt nur selten und wenn dann eher oberflächlich zum Thema. Stattdessen entwickelt sich die Serie immer mehr zu einer Standard-Crime-Show – nur eben mit einer sehr sympathischen und selbstlosen Killerin. Aber es besteht halt eine für mich viel zu starke Konzentration auf der Frage „Können Mary und Komplize(n) der Polizei entwischen oder nicht?“ und viel zu wenig auf der Frage „Sollte aktive Sterbehilfe verboten sein oder nicht?“. Und letzteres wäre für mich um einiges spannender gewesen.

Klar, Mary ist sehr sympathisch und ich versteh, warum sie macht, was sie macht. Aber gleichzeitig ist sie von allem so überfordert und stellt sich manchmal so ungeschickt an, dass ich einfach nur den Kopf schütteln konnte. Und die Anzahl von Patienten, die bereit ist dafür zu zahlen (übrigens auch so ein Punkt, der einen Marys Hobby kritisch erscheinen lässt) um von ihren Leiden erlöst zu werden, erschien mir selbst für eine Großstadt zu hoch zu sein.

Insgesamt dann doch eher durchschnittlicher Serienstoff, den man sehen kann, wenn man Medizin- und/oder Cop-Show mag. Man verpasst aber auch nichts, wenn man es sein lässt. Aber man sollte nicht, wie ich, eine wirkliche Auseinandersetzung mit der Thematik der aktiven Sterbehilfe erwarten.
Und ich bin doch etwas überrascht, dass es eine zweite Staffel geben soll, ich meine mich zu erinnern, dass die Serie als Mini-Serie angekündigt wurde. Und auch die Handlung ist in der ersten Staffel eigentlich abgeschlossen.

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{12 Monate} #9

Es ist mal wieder der letzte Sonntag des Monats…

Es wird Winter, die Zimmerpflanzen haben den Weg zurück in das Wohnzimmer gefunden. Und auch die Wolldecke hängt nicht mehr nur dekorativ auf dem Sessel rum, sondern wird regelmäßig genutzt.

Vormonate:
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
August
September

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{Gelesen} Andrea Schacht: Im Reich der Katzenkönigin

Taschenbuch, 444 Seiten
Penhaligon, 2011
ISBN: 978-3-7645-3072-3
Goodreads
Jägermond #1

Klappentext:
Die junge Feli traut ihren Augen nicht. Drei Kater in Menschengestalt stehen vor ihrer Tür – auf der verzweifelten Suche nach der Königin des Katzenreiches. Und Feli ist die Einzige, die Bastet Merit helfen kann. Aber dazu muss sie ein Erbe antreten, von dem sie bisher nicht einmal etwas ahnte.

Meine Meinung:
Ich habe bisher ja schon so einige Katzen-Bücher von Frau Schacht gelesen und ihnen den meisten von ihnen wird erwähnt, dass Katzen nach ihrem Tod auf die „goldenen Steppen“ gelangen – meinem Verständnis nach eine Art unendliche Wiese, in der Katzen das Leid ihres erdenhaften Daseins (sofern es da denn Leid gab) hinter sich lassen und sich auf ein neues Leben (sie haben ja sieben beziehungsweise 9) vorbereiten können.

Und dieser Grundgedanke wird auch hier aufgegriffen und ausgebaut, denn zum ersten Mal erfährt man mehr über diese goldenen Steppen und vor allem wer sich um die dort ankommenden Katzen kümmert. Dies ist nämlich eine der Einwohner*innen aus Trefelin. Trefelin, das ist die Welt der Katzen. Aber nicht Katzen, wie unsere Hauskatzen auch wenn sie in grauer Vorzeit die gleichen Ahnen hatten. Treflingeborene haben nur ein – dafür aber deutlich längeres Leben – und einige Fähigkeiten mehr als unsere pelzigen Lieblinge. Für die sie sich aber auch verantwortlich fühlen und denen sie nach und manchmal auch vor dem Tode beistehen – wozu sie durch geheime Portale in die Welt der Menschen kommen.

Das Buch beziehungsweise die Reihe sind also deutlich mythologisch ausgefeilter und enthalten auch viel mehr fantastische Elemente. Was ich großartig fand, weil man richtig merkt, wie viele Gedanken sich die Autorin über Trefelin und die Gesellschaftsstrukturen dort gemacht.
Gleichzeitig ist aber auch Feli (die Heldin in einem Roman über Felidae Feli zu nennen, ist doch etwas albern) noch eine Jugendliche und das ganze Buch ist auch eher für eine jugendliche Zielgruppe geschrieben. Natürlich kann man es auch noch als Erwachsener lesen und sehr genießen. Allerdings fand ich Feli und ihre Teenager-Verhalten teilweise schon etwas anstrengend.

Deutlich besser gefallen haben mir die Passagen, die aus der Sicht verschiedener Treflin-Katzen geschrieben wurden. Meine Lieblinge waren die Katzenkönigin Bastet Merit und die geheimnisvolle Che-Nupet, die mich mehr als einmal an meine eigene Katze erinnerte und sich deswegen wohl ganz besonders schnell und intensiv in mein Herz geschlichen hatte. Und es ist wirklich toll, wie es der Autorin gelingt jeder Figur, egal ob Katze oder Mensch, ihre eigene Stimme und Persönlichkeit zu geben.

Eine schöne Geschichte, die genau die richtige Balance aus abgeschlossener Handlung und genug offenen Fragen / Anknüpfungspunkten für den nächsten Band findet. Ein Buch ganz besonders für Katzenliebhaber natürlich, aber auch jeden anderen, der etwas ungewöhnlichere Fantasyromane mag.

5 Sterne - klein

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