{Gesehen} Crimson Peak

Image: imdb.com

Darum geht es:
Brought up in the Victorian Era Edith Cushing strives to be more than just a woman of marriageable age. She becomes enamored with Thomas Sharpe, a mysterious stranger. After a series of meetings and incidents she marries Thomas and comes to live with him and his sister, Lady Lucille Sharpe, far away from everything she has known. The naive girl soon comes to realize not everything is as it appears as ghosts of the past quite literally come out of the woodwork.

Trailer:

Eckdaten:
Jahr: 2015
Land: USA
Laufzeit: etwa 110 Minuten
FSK: 16
Darsteller: Mia Wasikowska, Tom Hiddleston, Jessica Chastain, Charlie Hunnam, Jim Beaver, Burn Gorman

Meine Meinung:
Wenn ich den Namen Guillermo del Toro, höre denke ich als erstes an Labyrinth und das Buch Die Saat, beides Werke von ihm, die mich sehr begeistert haben. Dementsprechend neugierig war ich auch auf Crimson Peak. Und die Besetzung der männlichen Hauptrolle mit Tom Hiddleston hatte auch nicht gerade eine negative Auswirkung auf meine Vorfreude 😉

Bei dem Film handelt es sich um eine Art Gothic-Horror, wobei ich ihn für recht unblutig und harmlos hielt. Es ist eher eine Art Film gewordene Grusellegende und ich könnte mir gut vorstellen, dass Geschichten über ähnliche, real existierende Gebäude wie Allerdale Hale – natürlich bewohnt von einem tragischen Liebespaar – früher als Schauermärchen am Herdfeuer erzählt wurden.

Überhaupt Allerdale Hale, der heimliche Star des Films. Ein unheimliches und unheimlich faszinierendes Gebäude von großartiger Schönheit und gleichzeitig offen zutage tretendem Zerfall. Schatten, die durch verschiedene Lichteinfälle erzeugt werden und wie lebendig werden – oder es doch sind? Allerdale Hale von innen und außen sind ein Setting, welches mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Etwas, das ich von dem menschlichen Figuren leider nicht sagen kann. Die vier Hauptfiguren fand ich alle sehr blass und wenig ausgereift. So gut die Schauspieler auch alle ohne Zweifel sind, so wenig konnten sie aus den Charakteren, die kaum eine eigene Persönlichkeit, die über wenige Merkmale hinausgeht, herausholen.
Besonders negativ ist mir das bei Edith aufgefallen, die ich einfach so fade fand, dass mir als sie dann endlich mal in Allerdale Hale ankam, ihr Schicksal auch ziemlich egal war. Ganz im Gegenteil, ich fand ihre Naivität schon etwas nervend.
Und die anderen? Alle auf ihre Art schön anzusehen – und auch farblich schön in ein helles/gutes und böses/dunkles Paar eingeteilt -, aber mehr auch nicht.

Überhaupt fand ich die Handlung teilweise doch sehr in die Länge gezogen und auch nicht immer nachvollziehbar. Schon allein, dass Edith scheinbar so ganz einfach und ohne jegliche Dienstboten mal umzieht, passt für mich überhaupt nicht zu ihr. Und ihre schriftstellerischen Ambitionen lösen sich in Luft auf, sobald sie englischen Boden betritt?

Insgesamt ein bildgewaltiger, visuell beeindruckender Film, dessen Handlung es aber leider an Substanz mangelt. Ausreichend für einen schönen Fernsehabend, aber ich hatte mir doch etwas mehr davon erhofft.

Bechdel Test: 3/3 erfüllt
1) es gibt zwei namentlich eingeführte Frauen: Edith und Lucille
2) die sich miteinander unterhalten: ja
3) über etwas anderes als einen Mann: ja, z. B. über Ediths Gesundheit

Advertisements
Veröffentlicht unter 4 Sterne, Crime, Fantasy, Filme, Horror | Verschlagwortet mit , | 1 Kommentar

{Monatsrückblick} #8/2017

Gelebt:
Uff… Die erste Woche des Monats hatte ich Urlaub und der war auch dringend notwendig. Und ich hab mich etwas auf dem Rhein rumfahren lassen. Eigentlich absurd, dass ich keine Stunde von dem Fluß entfernt wohne, aber das vorher noch nie gemacht habe…

Ein Märchen aus alten Zeiten,
das kommt mir nicht aus dem Sinn

Außerdem war ich noch auf meinem Lieblingsmittelaltermarkt, einer der Höhepunkt meines Sommers, wenn auch dieses Mal verkürzt, da die abendliche Feuershow dank Regen wortwörtlich ins Wasser fiel. Und nach Jahren mal wieder auf einem Jahrmarkt Riesenrad gefahren ❤
Doch, der August war gut.

Gelesen:
Ich habe die ersten, vorsichtigen Schritte in die Welt der Buffy/Angel-Comics gemacht. Und nun ja, nett aber wirklich notwendig sind sie nun auch nicht. Gelesen hab ich Buffy: Omnibus, Slayer: Tales, Spike: Asylum, Spike: After the Fall und Volume 1 bis 3 von Angel: After the Fall. Einziger Comic, der etwas aus der Reihe fällt, ist Ms. Marvel: No Normal – den hab ich auch nur gelesen, weil ich Amazon Prime Reading ausprobieren wollte und das war das erste Interessante, was ich fand.
An Büchern las ich Pantoufle von Andrea Schacht, ein netter und unerwartet historischer Katzenroman; Tod und Teufel von Frank Schätzing, der zwar an sich ein historischer Roman, aber mit viel zu modernen Figuren war, Die Berufung von Grisham, bei dem ich das Ende als sehr frustrierend empfand und schließlich noch Der Fluch des Wüstenfeuers.

Gesehen:
Thema das Monats war ohne Frage die siebte Staffel von Game of Thrones und … naja. Ohne Zweifel hat die Handlung große Sprünge gemacht und es ist viel passiert, aber gleichzeitig wurde es auch was den zeitlichen Ablauf angeht sehr unlogisch und das Verhalten von einigen Figuren ist so inkonsequent und unpassend.
Außerdem zu Ende gesehen: die vierte und letzte (und beste!) Staffel von Turn. Abgesehen von der letzten Folge, welche so ziemlich das langweiligste Serienfinale ever darstellen muss, fand ich die Staffel unheimlich spannend und großartig gemacht. Wirklich schade, dass die Serie nie viel Aufmerksamkeit bekam.
Und dann war da noch Marvel/Netflix: Zuerst habe ich mich durch die erste Staffel von Iron Fist geärgert und mich dann über das deutlich bessere Defenders gefreut. Die Serie hat zwar auch ihre Schwächen (ich sag nur: wo war Alexandra bisher?), aber es machte Spaß die vier Chaoten zusammen zu sehen.

Neuzugänge:
Es gibt hier im Nachbarort von meiner Bank eine „Filiale“ – Anführungszeichen, weil: sie besteht nur aus nem Geldautomat und nem Kontoauszugsdrucker und es ist kein Personal vor Ort – und sie ist direkt neben meiner Lieblingstankstelle.
Und genau in diese kleine Bankfiliale wurde jetzt noch ein Offener Bücherschrank gequetscht. Und so sehr ich das Konzept liebe, es wird mein Untergang sein. 4 Bücher von dem Stapel da sind von diesem verdammten Bücherschrank….

Veröffentlicht unter Bücher, Filme, Neuzugänge, Serien, Statistiken | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

{Gelesen} A.S. Bottlinger: Der Fluch des Wüstenfeuers

Taschenbuch, 366 Seiten
Klett-Cotta, 2016
ISBN: 978-3608-96027-3
Verlags-Website
Blog / Twitter der Autorin
Goodreads

Danke an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

Klappentext:
Von klein auf ist Iaret mit der verbotenen Magie der Wüste begabt. Ein Siegel auf ihrer Stirn soll den Zauber bannen, wie bei allen Frauen im Reich. Als Iaret versucht, das Siegel zu brechen und dem Harem des Herrschers zu entfliehen, wird sie in den Kerker von Niat geworfen. Noch nie zuvor ist es jemandem gelungen, von dort auszubrechen.

Meine Meinung:
Ein Roman, der in einer Wüste(nstadt) spielt. Geschrieben von einer Ägyptologin. Das klingt nach einem herrlich faszinierenden Setting. Dazu noch Magie. Eine perfekte Kombination, oder?

Nun ja, das Potential für eine perfekte Kombination ist durchaus vorhanden und blitzt manchmal auf. Aber gerade bei dem Setting wird meiner Meinung nach sehr viel Potential verschenkt. Ein Großteil der Handlung spielt sich in einem ziemlich dunklen, unterirdischen Keller ab und der könnte praktisch überall stehen. In der Wüste selbst spielt nur die Rahmenhandlung aber auch da sitzen alle nur um ein Feuer rum. Von der Wüste selbst oder der Wüstenstadt Niat bekommt der Leser nur in wenigen Szenen wirklich was mit und das ist schade. Andererseits könnte ich mir sehr gut weitere Bände vorstellen die in Niat spielen. Vielleicht macht sich ja die Geschichtsschreiberin aus der Rahmenhandlung auf die Suche nach der Wahrheit in weiteren Legenden?

Und ähnlich geht es mir auch mit dem Fluch/Talent der Wüstenmagie. Es spielt eine wichtige Rolle in der Handlung, aber trotzdem konnte ich es mir sehr verschwommen vorstellen und hatte bis zum Ende keinen wirklichen Eindruck, wie es funktioniert und was es alles bewirken kann. Genauso wie

Aber trotzdem hat mich die Geschichte sehr schnell gefangen genommen und die Autorin mich mit ihrem guten Schreibstil begeistert. Iaret, Chen, Ahat und Tehu – die viel zentralen Figuren, die gemeinsam aus dem Kerker auszubrechen versuchen – sind alle auf ihre jeweilige Art sehr sympathisch sind. Überhaupt ist es eine der Stärken des Buches, wie auf doch relativ wenig Seiten viele Figuren eingeführt und mit einer Persönlichkeit und Vorgeschichte zu versehen und dadurch die Handlung mit vielen glaubwürdigen Charakteren zu bevölkern.

Und die mitschwingende Gesellschaftskritik – in Niat ist die Gabe traditionell in Frauen stärker, wird dort aber unterdrückt; ein System gegen das Iaret rebelliert – fand ich sehr gelungen und schön in die Handlung eingewoben. Überhaupt ist Iarets Entwicklung über die Handlung hinweg zu einer immer selbstbewussteren Frau, die sich einen Teufel um Konventionen schert, einer der besten Aspekte des Buches.

Ein spannendes Fantasybuch mit kleinen Schwächen, aber einer umso spannenderen Handlung. Da sag noch einer, deutschsprachige Autoren könnten keine gute Fantasy schreiben. Und nicht zu letzt ist das Cover wirklich wunderschön.

Veröffentlicht unter 4 Sterne, Bücher, Buchbesprechungen, Fantasy | Verschlagwortet mit , , | 1 Kommentar

{12 Monate} #7

Hui, schon wieder ein Monat seit dem letzten Beitrag rum. Das ging so schnell, ohne Zeilenendes Erinnerung gestern auf Twitter hätte ich es gar nicht realisiert.

Ein bisschen was hat sich getan. Ich hab raumübergreifend etwas umgestellt, so dass die Wasserschale aus dem Juni ins Schlafzimmer gewandert ist und sich da als Klamottensammelstelle eingenistet hat. Dafür ist ein Sessel ins Wohnzimmer gewandert. Bin zwar auch nicht so richtig glücklich damit, der bräuchte nämlich dringend einen neuen Bezug. Ist aber erstaunlich schwierig groben Cordstoff in einem schönen dunklen Rotton (es soll ja doch halbwegs zur Couch passen bitte) und in bezahlbar zu finden…

Vormonate:
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
(hey, der sechste Beitrag und ich hab endlich realisiert das ich die Links nicht jeden Monat alle neu einfügen muss, sondern aus dem Vormonat kopieren kann *seufz*)

Veröffentlicht unter Stöckchen / Blogparaden | 4 Kommentare

{Gesehen} Rome – Season 1 & 2

Image: imbd.com

Darum geht es:
„Rome“ is the saga of two ordinary Roman soldiers and their families. An intimate drama of love and betrayal, masters and slaves, and husbands and wives, it chronicles epic times that saw the fall of a republic and the creation of an empire. The series begins in 52 BC, as Gaius Julius Caesar has completed his masterful conquest of Gaul after eight years of war, and is preparing to return to Rome. He heads home with thousands of loyal battle-hardened men, huge amounts of loot in gold and slaves, and a populist agenda for radical social change. Terrified, the aristocracy threatens to prosecute Caesar for war crimes as soon as he sets foot in Rome. Caesar’s old friend and mentor, Pompey Magnus, attempts to foment mutiny in order to maintain the balance of power. Two of Caesar’s soldiers, Lucius Vorenus and Titus Pullo, thwart Pompey’s plan and in the process, win the eternal gratitude of Caesar and the Julian clan, affording the two plebian officers an intimate view of the ruling class. The fates of Pullo and Vorenus become entwined with those of Caesar, Mark Antony, Cleopatra and the boy Octavian, a strange and awkward child who, by political guile and bloody force, will become the first emperor of Rome.

Trailer:

Eckdaten:
Sender: HBO
Jahr: 2005
Staffel: 1 & 2 von 2
Anzahl Folgen/Staffel: 12 bzw. 10
Laufzeit einer Folge: etwa 60 Minuten
Schauspieler: Kevin McKidd, Ray Stevenson, Ciarán Hinds, James Purefoy, Polly Walker, Tobias Menzies, Lindsay Duncan, Kerry Condon, Nicolas Woodeson, David Bamber, Max Pirkis, Simon Woods

Meine Meinung:
Eine Serie zu schauen, kann ja merkwürdige Auswirkungen haben. Im Fall von Rome hat es bei mir die Lust darauf geweckt mich mit meinen nahezu vergessenen Lateinkenntnissen zu beschäftigen und sie etwas aufzufrischen. Was mehr als seltsam ist, denn das lateinischste an der Serie sind die Namen. Und selbst da nur bedingt. Mark Antony ist ja echt mein Liebling von der ganzen Serie (okay das ist zugegeben zu nem Großteil Purefoy geschuldet 😉 ), aber diese verenglischte Namensform hat mich durchgehend irritiert.

Wobei eigentlich ist Marcus Antonius gar nicht mein Liebling, er steht an zweiter Stelle. Den ersten Platz nimmt Rom selbst, oder wenn man es genau nehmen will, die Rom darstellenden Kulissen, ein. Einfach weil es nicht diese weiße, blendend saubere Marmorstadt  voll mit Leuten in blütenweißen Togen ist, wie man sie aus so vielen Filmen kennt. Nein, Rom hier ist schmutzig, da laufen Hühner und auch mal größeres einfach so über die Straßen, es hat viele schmale Gassen, ist überfüllt von den verschiedensten Leuten und einfach laut und eng. Und sagte ich schon schmutzig? Da ist nicht von glanzvoller Stadt (abgesehen von der Folge mit nem Triumphzug, aber auch da sieht man wie vorher gründlichst gereinigt werden musste). Und dieser Realismus ist einfach großartig. Ich mein ich war nicht dabei, aber es fühlte sich an als hätte es damals problemlos so aussehen können. Und man sieht halt auch alle Schichten und nicht nur die reichen Patrizier. Wobei ich absolut keinen Plan hab wie groß Atias Haus ist. Gefühlt sind das mehrere Fußballfelder. Im Kontrast dazu Vorenus‘ kleine Wohnung…

Aber wie ich irgendwo gelesen habe, war auch genau dies das Ziel der Macher der Serie. Sie strebten, wie sie selbst sagten nach „authenticity rather than accuracy“ (Series Historical Consultant Jonathan Stamp, Quelle) und meiner Meinung nach ist ihnen das zum einen toll gelungen und zum anderen ein Motto, dass sich mehr Macher von historischen Stoffen zu Herzen nehmen könnten.
Historisch ist es nicht 100%-korrekt und das nicht nur bei kleineren Details – sie historische Atia ist beispielsweise 43BC gestorben, was etwa Episode 2×06 entsprechen würde, während sie in der Serie noch am Ende lebt. Aber es ist ja auch kein Dokumentarfilm. Und Cäsar stirbt in der Serie wie wahrscheinlich im realen Leben auch, das ist das wichtigste.

Ansonsten war ich überrascht, wie aktuell sich die ganzen politischen Dramen und Intrigen doch anfühlen. Da hat sich in über 2000 Jahren echt nicht viel getan. Politiker sind immer noch nach außen so sehr auf das Wohlergehen von allen bedacht, aber doch eigentlich vor allem auf ihren eigenen Vorteil. Und manche sind Politiker ohne Ahnung von Politik, andere sind viel zu leicht zu beeinflussen, etc.
Wirklich spannend, auch wenn die Handlung in groben Zügen natürlich jedem bekannt ist, der nicht mindestens ein halbes Jahr Geschichtsunterricht komplett verschlafen hat. Wobei ich hier auch gerade den Aspekt von Ägypten als für Rom lebenswichtigen Getreideproduzenten sehr interessant fand. Und da sag mal noch einer es ist ein Problem der moderne, dass Länder zu abhängig von Importen sind xD

Was mich etwas störte, waren allerdings die vielen glücklichen Zufälle im Zusammenhang mit Vorenus und Pullo. Sie suchen ne gestohlene Standarte und rein zufällig stolpern sie dabei über den Hilfe bedürftigen Neffen von Cäsar. Sie reiten übers Land und rein zufällig begegnen sie ner Schlüsselfigur in nem Konflikt. Sie reiten übers Land und finden rein zufällig nen Wagen mit kostbarer Fracht. Sie machen ein Picknick und verhindern rein zufällig die Zustellung von einem enorm wichtigen Brief. Usw, etc. Irgendwann ist mal gut, ne?
Wobei ich besonders Vorenus als die spannendste Figur der ganzen Serie empfand. Die Entwicklung, die er in gerade mal 22 Episoden durchmacht ist enorm. Vom Soldaten zum Kaufmann/Metzger zum Politiker und so weiter (will ja nicht spoilern) ebenso wie die Entwicklung seiner Familienbeziehungen ist großartig gemacht.
Und Atia. Oh Gott Atia. Ohne Zweifel in der Darstellung hier faszinierend, aber meine Güte. Den Preis als miserabelste Mutter der Antike hat sie ohne Zweifel verdient, es ich t echt erstaunlich, dass sie nicht von ihren eigenen Kindern umgebracht wurde.

Ohne Zweifel eine großartige Serie und eine noch bessere historische Serie. Für alle an Rom und römischer Geschichte interessierten zu empfehlen.

Veröffentlicht unter 4 Sterne, Historical, Serien | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

{Gelesen} Gail Carriger: Poison or Protect

eBook, 122 Seiten
Gail Carriger LLC, 2016
ISBN: 978-1-944751-04-3
Delightfully Deadly #1
(und spielt im gleichen großen Universum wie die Parasol Protectorate-Reihe und die Custard Protocol-Reihe)
Goodreads

Klappentext:
Lady Preshea Villentia, the Mourning Star, has four dead husbands and a nasty reputation. Fortunately, she looks fabulous in black. What society doesn’t know is that all her husbands were marked for death by Preshea’s employer. And Preshea has one final assignment.
It was supposed to be easy, a house party with minimal bloodshed. Preshea hadn’t anticipated Captain Gavin Ruthven – massive, Scottish, quietly irresistible, and… working for the enemy. In a battle of wits, Preshea may risk her own heart – a terrifying prospect, as she never knew she had one.

Meine Meinung:
Hach ja, ich wusste nicht wirklich was ich von dem Buch halten soll, nur dass a) Frau Carriger mich noch nie enttäuscht hat und
b) das Buch mit folgender ‚Warnung‘ kam:
Contains men pleasing women, and ladies who know what they want and ask for it, sometimes in detail.“ Und hey, wie kann man da widerstehen?

Ich hab das Buch während eines Kurzurlaubs immer abends vorm Einschlafen nach und nach gelesen, da wäre ich für mehr als ein paar Seiten pro Tag viel zu erledigt gewesen. Und ich muss sagen dafür war es ideal.

Es ist sehr amüsant, Gavon und Preshea sind super sympathische Charaktere, die man einfach mögen muss. Und der typische humorvolle Schreibstil der Autorin macht einfach wahnsinnig Spaß. Die Handlung selbst ist ne Liebesgeschichte, die natürlich endet wie Liebesgeschichten das so an sich haben. Keine großen Überraschungen, das Ende ist auch offensichtlich. Aber das ist gar nicht schlimm, denn der Weg dahin ist gut geschrieben. Und der Weg ist ja bekanntlich das Ziel 😉 Und unerwartet unkeusch, wobei man davon ja eigentlich gewarnt wird. Ich war trotzdem sehr angenehm überrascht.

Das Buch lässt sich problemlos lesen ohne weitere Bücher der Autorin zu kennen, man wird dann nur ein paar Figuren aus anderen Büchern nicht als solche erkennen, aber das ist nicht weiter schlimm.

Ehrlich gesagt kein Buch, dass einem groß in Erinnerung bleiben wird, aber ideal geeignet zum Abschalten und Entspannen.

Veröffentlicht unter 4 Sterne, Bücher, Buchbesprechungen, Fantasy | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen

{Gesehen} Iron Fist – Season 1

Quelle: imdb.com

Darum geht es:
Fifteen years after being presumed dead in a plane crash, Danny Rand mysteriously returns to New York City determined to reclaim his birthright and family company. However, when a long-destined enemy rises in New York, this living weapon is forced to choose between his family’s legacy and his duties as the Iron Fist.

Trailer:

Eckdaten:
Sender: Netflix
Jahr: 2017
Staffel: 1 von bisher 2
Anzahl Folgen/Staffel: 13
Laufzeit einer Folge: etwa 60 Minuten
Schauspieler: Finn Jones, Jessica Henwick, Jessica Stroup, Tom Pelphrey, David Wenham, Wai Ching Ho, Rosario Dawson
Rezensionen zu weiteren Staffeln & Serien aus dem Defenders Universum: Daredevil (Staffel 1 & Staffel 2), Jessica Jones (Staffel 1), Luke Cage (Staffel 1)

Meine Meinung:
Eine Figur, die völlig zerrissen ist von den Anforderungen, die an sie von allen Seiten gestellt werden. Die daran Stück für Stück, Folge für Folge etwas mehr zerbricht. Die keinen Ausweg mehr sieht und sich nur durch Drogen und Verzweiflungstaten über Wasser halten kann. Hochkomplex, voller Schwächen und Fehler. Alles andere als ein strahlender Held. Aber genau deswegen hochinteressant.

Genau diese Figur gibt es in Iron Fist. Nur leider nicht als Iron Fist. Und damit ist das größte Problem der Serie auch schon beschrieben. Die titelgebende Figur, mit bürgerlichem Namen Danny Rand, ist nämlich einfach nur ein Kleinkind mit permanenten 13 Folgen andauernden Trotzanfall  im Körper eines Erwachsenen. Etwas übertrieben, was meiner Enttäuschung geschuldet ist, aber zutreffend.

Danny hat als 10jähriger einen Flugzeugunfall überlebt, bei dem seine Eltern starben und er selbst wird für tot gehalten, wurde aber von Mönchen im Himalaja gerettet und aufgezogen. Nach 15 Jahren kommt er nach New York zurück (öhm, dumme Frage: Wie? So ohne Geld..) und möchte seine Position als Erbe seines Vaters (Milliardär und Chef einer großen Corporation) antreten. Was macht er um das zu erreichen? Er überrascht die jetzigen Geschäftsführer, Freunde aus seiner Kindheit [Nepotismus ist beliebt in der Serie xD], erwartet, dass sie ihn sofort erkennen und ihm ohne irgendeinen Nachweis glauben, stalkt sie und bricht bei einer mal einfach so in die Wohnung ein. Öhm ja. Sehr schlaue Vorgehensweise, doch.
Außerdem findet es der BWLer in mir unmöglich, dass Danny gleubt einfach so ein Unternehmen wie Rand führen zu können. Er hat die Schulbildung eines 10jährigen!! verdammt noch mal. Okay, die Art und Weise wir Rands Geschäftsführung in der Serie dargestellt wird, ist eh merkwürdig aber trotzdem, what the fuck? Er hat null wirtschaftliches Verständnis und auch absolut keine Pläne dieses zu erlangen. Hauptsache er kann Entscheidungen treffen, wie er will ohne Rücksicht auf die Meinungen von anderen (die definitiv mehr Ahnung haben).

Und dazu kommt noch, dass Danny angeblich die letzten 15 Jahre in einem Kloster am Ende der Welt gelebt hat, aber zum einen null Probleme hat im menschengefüllten New York klar zu kommen. Okay man könnte sagen, da hat er ja auch die ersten zehn Jahre seines Lebens verbracht. Aber zweitens hat Danny auch keinerlei Probleme mit moderner Technik. Und die letzten 15 Jahre ergibt für Danny einen Stand von 2002 – also ICQ, keine Smartphones, kein Skype etc. Von politischen Entwicklungen ganz zu schweigen. Aber das alles berührt Danny absolut nicht. Er will, was er will und zwar jetzt und sofort. Kann zwar keine zwei Minuten vorausplanen und hat keine Ahnung was er machen soll, wenn er hat was er will, aber will es jetzt. Im Prinzip ist Danny ein Mini-Trump mit gesünderer Hautfarbe aber dem selben idiotischen Wesen.
Vielleicht ist es das, was mich so unheimlich an Danny nervte. Dass es eine mächtige ihm im Wesen viel zu ähnliche Figur in der Realität gibt, und ich einfach ne scheiß Angst hab, dass dieser Idiot nen Atomkrieg auslöst und sich das auf Danny übertragen hat.

Aber an Danny gibt es ja noch eine zweite Seite – die des/der (?) Iron Fist, eine mächtige Waffe im Kampf gegen die Hand (also diese komische Truppe aus Daredevil). Eine Position, die Danny sich in dem Kloster erkämpft hat, und von dem es (*Highlander-Soundtrack setzt ein*) immer nur einen Kämpfer gibt. Dumm nur, dass Danny leider gar nicht als der gute Kämpfer rüberkommt und bei jedem Kampf Probleme hat. Ich weiß nicht, ob es an der Choreographie oder an Finn Jones liegt, aber ich fand die Kämpfe zum allergrößten Teil furchtbar gestellt und nicht überzeugend. Was natürlich bei einer Serie wie Iron Fist extrem schlecht ist.

Und überhaupt: die Mythologie um K’un Lun – das erwähnte Kloster – und die Iron Fist fand ich auch nicht so nachvollziehbar. Auf der einen Seite soll Iron Fist K’un Lun beschützen und als eine Art Portal-Wächter (K’un Lun ist nur alle 15 Jahre von unserer Dimension aus zu betreten) funktionieren, d. h. das Kloster auf keinen Fall verlassen. Aber gleichzeitig soll er die Hand bekämpfen – welche weltweit und vor allem in den Großstädten und komplett in dieser Dimension aktiv ist. Wie passt das denn zusammen? Und was ist mit den anderen nicht-Iron-Fist-Kämpfern in K’un Lun? Was ist deren Aufgabe? Und… argh, ich könnte noch ewig weiter machen. Da wurde einfach so wenig erklärt.

Aber auch wenn es die letzten fünf (Oh Gott) Absätze so klingt, es war nicht alles schlecht an Iron Fist. Also der Serie, der Figur leider schon eher. Die Nebenfiguren, allen voran die Familie Meachum, empfand ich sogar als sehr gut.
Besonders Ward – die im allerersten Absatz beschriebene Figur – war für mich das Highlight der Serie und ich würde sofort eine Spinoff-Serie über ihn und seine Schwester Joy ansehen. Und Papa Meachum ist gegenüber seine Familie noch intriganter und manipulierender als Tywin Lannister. Insgesamt also eine wunderbar kaputte Familie, als wäre sie genau auf mich zugeschnitten geschrieben.

Und dann ist da noch Colleen Wing, mehr oder weniger Iron Fists sidekick. Sie macht bei Kämpfen eine deutlich bessere Figur als er. Und ihre Motive gegenüber Danny machen sie auch sehr interessant. Außerdem ist da natürlich noch das Bindeglied zwischen allen Defenders-Serien; Claire. Die hier in gewohnter Topform ist und sich als eine von wenigen Dannys Bullshit nicht bieten lässt und ihm auch mal sagt, wenn ein Plan einfach scheiße ist.

Abgesehen von Claire gibt es nicht viel Bezug zu den anderen Defenders-Serien, sondern nur mehr oder weniger Namedropping. Daredevil wird einmal erwähnt, wobei ich mir da nicht mal sicher bin, ob wirklich ‚unser‘ Daredevil gemeint war oder nur irgendein Daredevil, also Draufgänger. Außerdem wird eine fähige, wenn nüchterne Privatdetektiv erwähnt und Claire leiht Danny ein Shirt mit Kugellöchern. Es taucht noch eine Figur aus Daredevil auf, aber wenn man da die Vorgeschichte nicht kennt, macht auch keinen Unterschied.

Für mich mit Abstand die bisher schlechteste Serie aus dem Defender-Universum, und es liegt vor allem an Danny selbst, den ich einfach unerträglich fand. Und das macht mir etwas Angst vor Defenders. Auch wenn ich hoffe, dass er im Zusammenspiel mit drei deutlich besseren Figuren vielleicht auch besser wirkt, schon allein weil er nicht die ganze Zeit allein im Mittelpunkt stehen kann (und weniger Sendezeit auf ihn verwendet werden kann). Aber ich bin von dieser Staffel echt enttäuscht.
Leider ist sie, da sie sich sehr mit der Hand beschäftigt, wohl auch recht wichtig um der Handlung von Defenders folgen zu können. Aber trotzdem würde ich eher empfehlen eine ausführliche Inhaltsangabe zu lesen und sich nicht durch die 13 Stunden zu quälen.

Veröffentlicht unter 2 Sterne, Serien, Superheroes | Verschlagwortet mit , , , , , , | 7 Kommentare

{Gelesen} Joss Whedon: Buffy the Vampire Slayer (Omnibus Volume 1)

eBook, 312 Seiten
Dark Horse Books, 2007
ISBN: 978-1-59307-784-6
Goodreads

Klappentext:
The definitive comics collection of all things Buffy starts here. This first massive volume begins at the beginning – The Origin, a faithful adaptation of creator Joss Whedon’s original screenplay for the film that started it all. The newly-chosen slayer’s road to Sunnydale continues in Viva Las Buffy and Slayer, Interrupted. Next, high school, the Scoobies and an English librarian lead the way into Season One continuity. Plus, The Goon creator Eric Powell provides pencils to „All’s Fair,“ featuring Spike and Drusilla at the 1933 World’s Fair.

Meine Meinung:
Mein erster Ausflug in die Welt der Comic-Fortsetzungen von Buffy und Angel. Wobei das hier keine Fortsetzung, sondern eher eine Ergänzung ist. Sie versucht zum Großteil eine Brücke zu bilden zwischen dem Film (der übrigens besser ist als sein Ruf) und der Serie.

Allerdings mir einem kleinen Problem: Dawn taucht als normales Mitglied der Familie Summers auf. Und auch wenn dies dazu führt, dass sie die tollste Geschichte in dem ganzen Band hat, so fand diese Tatsache an sich einfach total störend. Klar man könnte jetzt sagen, es wrden rückblickend die Erinnerungen aus der fünften Buffy-Staffel heraus erzählt, und da war Dawn dann ja immer dabei, aber das wirkt auf mich sehr konstruiert.

Zeichnerisch fand ich die Figuren optisch eigentlich gar nicht so gut getroffen, aber andererseits hatte ich auch nie Probleme aus der Kombination von Aussehen, Verhalten und Sprechblasen zu erkennen, wer das nun sein soll. Von daher okay, aber wirkliches Buffy-Feeling kam nicht auf.

Wie gesagt es sind mehrere Geschichte, die meisten haben aber Buffy als gemeinsames Thema. Eine Ausnahme ist „All’s Fair“, die sich mit Spike und Dru auf irgendeiner Weltausstellung oder so ähnlich beschäftigt. Und sie ist für sich allein genommen auch nett und ich habe ihren Humor auch sehr genossen, aber es fehlt jegliche Verbindung zu den restlichen Geschichten im Buch und dadurch wirkt sie wie ein Fremdkörper. Ein schöner zwar, aber trotzdem nicht zur Umgebung passend.

Die anderen Geschichten sind „The Origin“, was mehr oder weniger eine Comicversion/-zusammenfassung des Films ist und sich demnach mit ‚burn down the gym full of vampires‘ beschreiben lässt. Da ich den Film kenne, war das für mich die langweiligste Geschichte, weil da wirklich kaum was neu war.
In „Viva Las Buffy“ macht Buffy einen kleinen Arbeitsausflug nach Las Vegal und das ist ganz spannend und hier begann es für mich auch zum ersten Mal wirklich so richtig Buffy-mäßig anzufühlen. Kein Wunder, begegnet man hier doch auch noch mehr Charakteren, die man aus der Serie kennt…

Gefolgt wird dies dann von oben bereits erwähnter Geschichte um „Dawn and Hoopy the Bear“, welche ich ziemlich niedlich fand. Buffy taucht darin übrigens kaum auf, aber dafür bekommt man einen Einblick in das komplizierte und zerbrechende Familienleben der Summers.
Und die letzte Geschichte „Slayer, Interrupted“ schließt wieder nahtlos an „Viva Las Buffy“ an und beschäftigt sich vor allem damit, wie Buffy ihre zu dem Zeitpunkt für sie noch sehr neue Rolle als Slayer akzeptiert und langsam in sie herein wächst. Während gleichzeitig ein Brite auf der anderen Seite des Ozeans seinen Kollegen beweisen muss, dass er in der Lage ist über diese neue Kämpferin zu wachen und ihr zur Seite zu stehen.

Für Fans sicherlich interessant, aber als wirklich umwerfend empfand ich es nicht. Ich hatte mir da mehr davon versprochen.

Veröffentlicht unter 3 Sterne, Bücher, Buchbesprechungen, Comic | Verschlagwortet mit , , , , | 3 Kommentare

{Gesehen} How to get away with murder Season 3

Quelle: imdb.com

Worum geht es:
Murder, deception, fear and guilt are the ties that bind Middelton University Professor Annalise Keating to her long-time associates Frank Delfino, Bonnie Winterbottom and her students, the “Keating 5.” But as the group struggles to move on with their lives and focus on their clients, their past continues to haunt them. With Wallace Mahoney’s murder unsolved and Frank’s whereabouts still unknown, Annalise and her inner circle struggle to keep their secrets from getting exposed. Relationships will be fractured, lies will spin out of control, and a shocking, new mystery will upend their entire lives.

Trailer:

Eckdaten:
Sender: ABC
Jahr: 2016
Staffel: 3 von bisher 4
Anzahl Folgen/Staffel: 15
Laufzeit einer Folge: etwa 45 Minuten
Schauspieler: Viola Davis, Billy Brown, Alfred Enoch, Jack Falahee, Aja Naomi King, Matt McGorry, Karla Souza, Conrad Ricamora, Charlie Weber, Liza Weil, Lauren Vélez
Rezensionen zu weiteren Staffeln: Staffel 1, Staffel 2

Meine Meinung:
In nicht mehr ganz sieben Wochen beginnt die vierte Staffel, da wird es doch mal langsam Zeit, dass ich den Review zur dritten Staffel veröffentliche.

Die Gruppe um Annalise befindet sich seit Staffel eins in einer Abwärtsspirale,die in dieser Staffel nochmal deutlich an Fahrt gewinnt und zu einigen tragischen Ereignissen führt. Davon eines, dass ich in der Form nie erwartet hätte und dass mich doch etwas schockiert hätte. Nicht mal weil es so unerwartet war an sich, aber weil es sich einen Dreck um gängige Erzählregeln schert.
Und es ist unglaublich, wie sehr das Leben dieser fünf, oder eigentlich mit Oliver eher sechs Menschen, seit dem Beginn der ersten Staffel zerstört wurde. Und das war für mich auch einer der Höhepunkte der Staffel, wie sehr das hier angesprochen wurde. Alle sind psychisch mehr als belastet und man merkt es ihnen so sehr an, jeder verliert immer mehr die Kontrolle über sich und sein Leben, Konflikte zwischen so ziemlich jedem kochen immer wieder hoch.
Und ich will gar nicht zählen, wie oft mir Connor und Oliver in dieser Staffel das Herz gebrochen haben.

Annalise selbst ist aber auch in keiner viel besseren Verfassung als ihre Studenten. Ihr Leben ist auch ziemlich zusammengebrochen, ihre berufliche Karriere wird von allen Seiten in Frage gestellt und ihre Alkoholsucht wird hier sehr klar mit allen negativen Folgen und Problemen gezeigt.
Überhaupt fand ich diese Staffel erschreckend düster und ja irgendwie hoffnungslos. Teilweise sogar mit einer deprimierenden Wirkung auf mich als Zuschauer. Denn umso mehr sich alle in dieses Gespinst aus Verbrechen, Lügen und Täuschungen begeben, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass da auch nur einer halbwegs mit heiler Haut – wenn auch ohne Zweifel für den Rest seines Lebens schwer traumatisiert – herauskommt. Und gerade weil mir den Großteil der Studenten und auch zunehmend Bonnie so sehr ans Herz gewachsen sind, finde ich das schlimm, auch wenn es ’nur‘ fiktive Figuren sind. Wobei das ja auch irgnedwie ein Kompliment an die Serie ist.

Strukturell hat sich an der Serie nichts geändert. Es gibt immer noch viele Fälle der Woche, die immer noch zum großen Teil an sich sehr uninteressant sind, aber manchmal der Aufhänger für die gesellschaftskritischen Szenen – immer noch sehr treffend und gleichzeitig ohne große Betonung – sind. Allerdings dürfen die armen Studenten jetzt immer öfter auch  mal im Gerichtssaal zu Wort kommen. Das war nett anzuschauen. Ansonsten wie üblich Flashbacks ab und zu und das Markenzeichen der Serie die Flashforwards zu einem dramatischen Höhepunkt, hier ein niedergebranntes Haus mit Leiche. OMG, wer??? Gute Frage. Und spannend, weil es wirklich jeder sein könnte und sich erst langsam Folge mit Folge zeigt, wer denn sicher nicht der Tote ist.

Bewährtes Schema, aber überraschender dramatischer Höhepunkt, dessen Auswirkungen sich noch lange zeigen werden und Staffel vier deutlich beeinflußen werden. Insgesamt trotz teilweise schwieriger Ereignisse für mich deutlich besser als Staffel zwei.

Veröffentlicht unter 4 Sterne, Crime, Serien | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

{Gelesen} Sarah Dessen: Lock and Key

Taschenbuch, 422 Seiten
speak, 2009
ISBN: 978-0-14-241472-9
Goodreads

Klappentext:
She’s used to counting on no one and answering to nobody. But all of that changes when her mother vanishes and Ruby is sent to live with her older sister, Cora. Now Ruby’s got her own room in a fabulous new heouse, she’s going to a private school, and – for the first time – feeling as if she has a future. Plus, there’s the adorable and sweet boy next door, Nate. Everything should be perfect. So why is Ruby so wary? And why is Nate keeping her at a distance? Ruby soon comes to realize that sometimes, in order to save yourself, you’ve got to reach out to someone else.

Meine Meinung:
Ich bin immer mal wieder in den Untiefen des Internets über die Bücher von Sarah Dessen und, viel wichtiger noch, fast durchweg begeisterte Stimmen dazu gestolpert. Was mich neugierig machte. Und als ich dann die Möglichkeit hatte, recht kostengünstig ein Buch der Autorin zu lesen, konnte ich nicht nein sagen.

Und ich muss sagen, dass das Buch wirklich besser ist als viele Young Adult Romane, auch wenn es im Kern natürlich nur zum xten mal das gleiche Schema von „girl loves boy with happy end“ durchspielt.
Aber der Weg corthin ist einfach gut geschrieben. Und Ruby und in geringerem Maße auch Nate sind einfach sehr sympahische und vor allem auch glaubwürdige Teenager. Überhaupt konnte ich mich, obwohl mir eigentlich ihre Lebenssituation – von der Mutter im Stich gelassen, zieht sie bei ihren Schwester und deren superreichem Mann [einem fiktiven Zuckerberg xD] ein – so absolut fern liegt, konnte ich ihre Reaktionen so gut nachvollziehen und hab mich ihr direkt verbunden gefühlt. Sie macht in dem Buch eine ziemliche Verwandlung mit, die sich nach und nach zeigt und auch sehr nachvollziehbar, wenn vielleicht auch etwas zu schnell, ereignet.

Und dann ist da noch Cora, Rubys ältere Schwester, und die alles andere als einfache Beziehung zwischen den beiden. Es gab da einiges in der Vergangenheit, das erst nach und nach ans Licht kommt, was ziemlich spannend ist, und zu sehen, wie sich die beiden am Anfang des Buches recht fremden Schwester langsam und nicht ohne einige Rückschritte annähern, ist einfach sehr gut geschrieben.

Wirklich eine positive Überraschung und das obwohl meine Erwartungen schon recht hoch waren. Eines der besten Young Adult Bücher, die ich seit langem gelesen habe.

Veröffentlicht unter 5 Sterne, Bücher, Buchbesprechungen, Young Adult | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen