{Gelesen} Susan Cain: Quiet

Taschenbuch, 276 Seiten
Penguin, 2012
ISBN: 978-0-141-02919-1
Goodreads

Klappentext:
For far too long, those who are naturally quiet, serious or sensitive have been overlooked. The loudest have taken over – even if they have nothing to say.
It’s time for everyone to listen. It’s time to harness the power of introverts.
It’s time for Quiet.

Meine Meinung:
Ich bin auf das Buch nur dank der lobenden Worte von Firyar aufmerksam geworden und mir war sofort klar, dass ich es lesen muss. Und es hat sich so sehr gelohnt.

Das Buch beschäftigt sich mit Introvertismus, aber es ist kein Ratgeber zum Umgang dazu. Sondern viel mehr versucht es einfach Introvertismus in allen seinen Facetten darzustellen und verständlicher zu machen. Und das war für mich, als sehr introvertierten Menschen in einer extrovertierten Welt, die mir sehr oft das Gefühl gab und gibt, dass ich da einfach nicht reinpasse, unheimlich augenöffnend und faszinierend.

Und es tut einfach unglaublich gut mal schwarz auf weiß zu lesen (wobei da auch schon das Internet sehr hilfreich war), dass man mit bestimmten ‚merkwürdigen‘ Verhaltensweisen gar nicht so allein ist, sondern das normal ist. Für Introvertierte. Und damit eben in einer extrovertierten Welt so wenig wahrgenommen wird. Ich bin nicht unhöflich, wenn ich meine eigene Geburtstagsparty für ne halbe Stunde verlasse, ich brauche diesen Rückzug schlicht und ergreifend um nicht vollkommen überwältigt zu sein.

Und man merkt dem Buch an, wie viel Mühe sich die Autorin damit gegeben hat. Sehr viel recherchiert und Gespräche geführt, um eine fundierte wissenschaftliche Basis und viele Aspekte abbilden zu können.

Was mich aber doch etwas störte, war die sehr amerikanische Ausrichtung des Buches. Ist natürlich auf der einen Seite nicht verwunderlich, weil das eben die Situation ist, die Cain von sich selbst kennt. Aber es ist eben genauso weit von meinem Leben entfernt und dem entsprechend wenig konnte ich mit diesen Abschnitten anfangen.

Wirklich ein sehr empfehlenswertes Buch zu der Thematik und eines das nicht nur von Introvertierten gelesen werden sollte.

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{Gesehen} Suffragette

Quelle: imdb.com

Worum geht es:
A drama that tracks the story of the foot soldiers of the early feminist movement, women who were forced underground to pursue a dangerous game of cat and mouse with an increasingly brutal State. These women were not primarily from the genteel educated classes, they were working women who had seen peaceful protest achieve nothing. Radicalized and turning to violence as the only route to change, they were willing to lose everything in their fight for equality – their jobs, their homes, their children and their lives. Maud was one such foot soldier. The story of her fight for dignity is as gripping and visceral as any thriller, it is also heart-breaking and inspirational.

Trailer:

Eckdaten:
Jahr: 2015
Land: UK
Laufzeit: etwa 106 Minuten
FSK: 12
Darsteller: Carey Mulligan, Meryl Streep, Helena Bonham Carter, Natalie Press, Anne-Marie Duff, Romola Garai, Ben Wishaw, Brendon Gleeson, Samuel West, Adrian Schiller

Meine Meinung:
Ich bin auf den Film nur aufmerksam geworden, weil eine regionale Stadtwiederbelebungstruppe in der Hoffnung eine (Innen)stadt wieder mehr zu beleben, dort in einer Halle alle paar Monate einen Film vorführt. Auf unbequemen Holzstühlen und auf deutsch. Was ja nicht gerade gute Voraussetzungen sind.

Und oh Gott mir taten am Ende Muskeln in meinem Hintern weh, von denen wusste ich gar nichts. Ich hätte mich besser einfach auf den Boden gesetzt (wobei dann mein Nacken protestiert hätte…).
Aber trotzdem war ich von dem Film überraschend begeistert.

Wie üblich kann ich nur wenig über die historische Korrektheit sagen. Einige der Charaktere haben wohl wirklich existiert, bei Pankhurst bin ich mir sogar sicher. Aber das allein sagt ja nicht viel aus. Lincoln hat auch gelebt, aber das macht Abraham Lincoln: Vampire Hunter auch nicht zu nem realistischen Geschichtsfilm 😉 Aber davon ungeachtet fand ich die Atmosphäre und die Kulissen sehr überzeugend und gut gemacht. Ich hab mich jedenfalls in 1912 versetzt gefühlt.

Und es war einfach spannend Maudes – so großartig von Mulligan gespielt – Wandlung zur radikalen Suffragette zu verfolgen. Und so gut nachzuvollziehen, warum sie diesen Weg gegangen ist, obwohl es sie unglaublich viel gekostet hat, privat wie beruflich als auch gesellschaftlich.
Es ist aufrüttelnd zu sehen, wie schwierig es vor gerade mal 100 Jahren für Frauen war, überhaupt öffentlich Gehör zu finden und welche Steine ihnen dabei von allen Seiten in den Wege gelegt wurden.

Und genauso wie Maude gewinnen die Zuschauer*innen mit jeder Minute mehr Sympathie für die Suffragetten und ihr Anliegen und sind irgendwann an einen Punkt, an dem wirklich nur noch Taten statt Worte (der ausnahmsweise mal passende deutsche Untertitel des Films) helfen um Aufmerksamkeit zu bekommen und ihr Anliegen durchzusetzen.

Ein großartiger Film, den ich nur empfehlen kann. Nicht unbedingt zum reinen Abschalten nach einem miesen Tag, aber wenn einem mal nach etwas ernsterem ist, das einen auch nach Filmende noch etwas beschäftigt, dann ist das hier eine gute Wahl.

Bechdel Test: 3/3 erfüllt
1) es gibt zwei namentlich eingeführte Frauen: Violet, Maggie, Maud usw.
2) die sich miteinander unterhalten: oh ja
3) über etwas anderes als einen Mann: jepp

(alles andere bei einem Film über das Erreichen des Frauenwahlrechts wäre auch seeehr merkwürdig…)

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{Gelesen} Jodi Picoult: Ein Lied für meine Tochter

ein-lied-fuer-meine-tochter

Originaltitel: Sing you home
Übersetzer*in: Rainer Schumacher
Taschenbuch, 568 Seiten
Bastei Lübbe, 2014
ISBN: 978-3-404-16967-2
Goodreads

Klappentext:
Zoe Baxter wünscht sich nichts sehnlicher als ein Kind. Sie und ihr  Mann Max tun alles, um endlich eine Familie zu gründen. Vergeblich. Als ihre Ehe zerbricht, findet Zoe Trost in der Musik – und in einer neuer Liebe. Mit der Psychologin Vanessa will sie noch einmal von vorne beginnen. Sie träumt von einem gemeinsamen Kind mit ihr. Doch Max ist fest entschlossen, dieses Familienglück zu verhindern. Er gerät in die Fänge einer radikalen christlichen Gemeinde, die seit Jahren gegen Homosexualität kämpft.

Meine Meinung:
Hach ja, Frau Picoult und ich haben eine etwas schwierige Beziehung. Mal begeistern mich ihre Bücher vollkommen und ein anderes Mal lässt sich meine Meinung mit einem gelangweilten „meh“ zusammenfassen.

Und leider gehört das Buch hier zu der zweiten Kategorie. Es ist zwar großartig, wie die Autorin es schafft komplexe und aktuelle Themen in Handlungen zu verpacken und somit vermutlich auch einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.
Aber gleichzeitig fand ich, dass sie hier viel zu eindeutig Stellung bezogen hat und Zoe einfach die gute Seite und Max die böse Seite differenzierte. Und obwohl ich ihr bei der Einteilung eigentlich zustimmte, war mir diese schwarz-weiß-Zeichnung viel zu undifferenziert und vor allem wurde sie mir als Leserin auch einfach viel zu sehr aufgedrängt; die chance sich selbst eine Meinung zu bilden gab es nicht wirklich, es wurde vorgesagt.

Dazu passt es natürlich auch, dass heterosexuelle Beziehungen – welche eben genau von Max und dessen Schwägerin&Bruder verkörpert werden, sehr klischeehaft gezeichnet werden und etwas mitschwingt, dass es nur eine Art gibt als heterosexuelles Paar zu leben. Und mit dieser Darstellung schadet Frau Picoult der Handlung und ihrem eigentlichen Argument mehr als ihr vielleicht bewusst ist.

Und Lucy. Argh. Anfangs fand ich ihren Handlungsfragen mit der Suche nach ihrer sexuellen Identität und ihrer Unsicherheit richtig gut, weil es mir sehr realistisch vorkam. Aber schnell war dann so offensichtlich, wer ihr Vater ist und wie das in die größere Handlung um Zoe und Max eingebunden sein wird und ab da wirkte es mehr wie ein Werkzeug als sonst was. Und es war einfach so unrealistisch. Vanessa hätte sich ja garantiert mehr über Lucy informiert – allein schon um ihr besser helfen zu können -, und durch ihren Nachnamen allein hätte sie schon die richtigen Verbindungen ziehen müssen.

So kritisch das jetzt auch klang, das Buch hat durchaus einen Unterhaltungswert und ich hatte keinerlei Probleme es zu beenden. Rein als Unterhaltungslektüre gesehen, lässt sich auch nicht so viel an ihm auszusetzen. Stilsicher und gut schreiben kann die Autorin, das steht völlig außer Frage. Aber was die gesellschaftliche Kritik angeht, ist das Buch enttäuschend.

3 Sterne - klein

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{Monatsrückblick} #6/2017

Gelebt:
Wow, ging das halbe Jahr so schnell vorbei. Wetter technisch war der Juni ja sehr gemischt – von Herbststurm und Regen (ich bin letzten Donnerstag 45 Minuten länger im Büro geblieben, weil mich der Regen sonst auf dem 5 Minuten Weg zum Auto komplett durchnässt hätte…) über angenehme Sommerwärme bis hin zu extremer Schwüle war da ja alles dabei.
Betriebsausflug / -Sommerfest in nem Freizeitpark; zum Glück bei recht gutem Wetter. Wobei ich war eh durchnässt von der Wildwasserbahn 😀 War aber besser als ich im Vorfeld erwartet hatte. Bis auf das Essen. Das war richtig schlecht. Sollte aber echt öfter mal Freizeitparks besuchen.
(Passend dazu ne Frage: Der Playmobil Funpark bei Nürnberg – lohnt sich der auch für Erwachsene ohne Kinder, weiß das zufällig jemand?). Ansonsten ein paar kleinere Familienfeiern, die ganz nett waren.
Und ich war auf einem Streetfood-Festival, das aber ziemlich enttäuschend war. Wenige Stände und an der Hälfte davon gab es dann noch Burger. So toll das Konzept in der Theorie ist, da hat sich der Veranstalter echt keine Mühe gegeben.

Gelesen:
An beendeten Bücher ziemlich wenig, das waren nämlich gerade mal zwei. Zum einen Keeping the Moon von Sarah Dessen, das ganz unterhaltsam aber am Ende doch ’nur‘ ein typisches Jugend-/Young Adult-Buch war und für mich nicht mit dem im Mai gelesenen Lack & Key von der Autorin mithalten konnte.
Außerdem Puls von Stephen King (bei dritten Versuch hab ich es tatsächlich beendet xD) und es hat mich wieder darin bestätigt, dass ich mich von seinen Horror-Büchern doch besser fern halte. Konnte nicht viel damit anfangen und fand es vor allem langweilig.
An Seiten hab ich allerdings deutlich mehr gelesen, da kommen nämlich noch über 500 Seiten von Up&Coming dazu und so langsam bin ich echt froh, wenn ich nach Monaten diese Kurzgeschichtensammlung mal beendet habe.

Gesehen:
Ich war zweimal im Kino. In einem Monat! Unglaublich. Und hab zu beiden Filmen (PotC: Dead Man… & Wonder Woman) schon was geschrieben.
An Serien hab ich den Monat vor allem die ebenfalls schon besprochenen (was war ich fleißig xD) American Gods und Orange is the new Black gesehen. Außerdem hab ich die zweite Staffel von Preacher angefangen, die genauso schräg weitergeht, wie die erste aufhörte. Außerdem die vierte und letzte Staffel von Carmilla, die mir wieder deutlich besser gefiel als die dritte.
Oh und in meinen Notizen total untergegangen: die zweite Staffel von Into the Badlands hab ich den Monat ja auch gesehen. Hui, so viele Veränderungen. Und was für ein Cliffhanger am Ende, ey.

Neuzugänge:
Sowie noch das E-Book „Marine Biology“ von Gail Carriger.

Und da außerdem die erste Häfte des Jahres rum ist, ein kleines Zwischenfazit zu den 7 Vorsätzen (durgestrichene ist gelesen/gesehen):

Bei Filmen und Büchern bin ich sehr zufrieden und auch zuversichtlich den Rest im zweiten Halbjahr ebenfalls zu sehen/lesen. Nur bei den Serien zweifle ich doch etwas. Gut Stra Trek hätte ich noch gar nicht sehen können (und wird auch nur zum Teil 2017 ausgestrahlt), aber 2 von 7 ist schon ziemlich wenig….

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{Gesehen} Orange is the new Black – Season 5

Quelle: imdb.com

Worum geht es:
Season 5 takes place in real time over the course of three days and chronicling the inmates’ fight for redemption, resolution and respect after Poussey’s death sparked a riot at the end of last season.

Trailer:

Eckdaten:
Sender: Netflix
Jahr: 2017
Staffel: 5 von bisher georderten 7
Anzahl Folgen/Staffel: 13
Laufzeit einer Folge: etwa 60 Minuten
Schauspieler: Taylor Schilling, Kate Mulgrew, Uzo Aduba, Danielle Brooks, Selenis Leyva, Yael Stone, Taryn Manning, Lea DeLaria, Laura Pepron, Natasha Lyonne, Jessica Pimentel
Rezensionen zu weiteren Staffeln: Season 3, Season 4

Meine Meinung:
Ein Tipp vorneweg: Überspringt das Intro, Netflix bietet das ja netterweise an, oder schaut zumindest weg und hört nur dem Song zu. Es gibt einige Überraschungsauftritte von Figuren aus früheren Staffeln und die Namen schon vorher zu lesen, führt leider dazu, dass die Überraschung keine mehr ist. Muss ja nicht sein.

Aber zur eigentlichen Staffel: Die spielt komplett während des in der Finalfolge von Staffel 4 begonnen Aufstandes und damit deckt die ganze Staffel auch nur 3 Tage hab. Hab ich zumindest gelesen, kam aber für mich nicht unbedingt so glaubhaft rüber. Litchfield versinkt derart im Chaos und hat ab einem Punkt so wenig Vorräte, dass ich nicht glauben kann, dass das nur drei Tage waren. Oder die bekommen sonst für hunderte von Gefangenen jeden Tag alles frisch geliefert. Und mit alles meine ich auch so Dinge wie Hülsenfrüchte, Konservenobst etc. Die genannten Zeiten und mein Empfinden passte da überhaupt nicht zusammen, was mich zunehmend verunsicherte.

Und am Ende ist einfach so viel offen. Es ist völlig unklar, was mit nahezu allen Charakteren passiert. Und zwar nicht nur alle Gefangenen, sondern auch mit einem Großteil der Wächter. Da ist einfach alles in der Schwebe. Ich finds ja toll und nur logisch, dass so ein Aufstand nicht einfach endet und alles direkt wieder so ist wie vorher, aber trotzdem hätte da mehr zum Abschluss gebracht werden können.
Und gerade Netflix und besonders noch eine der bei sowohl Kritikern als auch Publikum erfolgreichen Serien wie diese hier brauchen nun echt keinen Cliffhanger um sicherzustellen, dass die Leute nach nem Jahr wieder einschalten, wenn es weitergeht.

Aber eine große Überraschung für mich war: Piper nervte weniger. Yay! Lag aber auch nur daran, dass sie zum Glück in der Staffel über weite Strecken nur eine Nebenrolle spielt. Gott sei Dank. Auch wenn ich immer noch nicht nachvollziehen kann, was Alex in ihr sieht.
Oder Pipers Erträglichkeit lag einfach daran, dass mich Linda so sehr nervte, dass da gar kein Platz mehr für Piper war. Auch nicht unwahrscheinlich. Linda, wir erinnern uns, ist der Sparfuchs von MCC und ist/war ne Affäre von Caputo. Und im Gefängnis als der Aufstand ausbrach – weswegen wir als Zuschauer sie auch die ganze Staffel ertragen dürfen. Und ihre Geschichte ist von vorn bis hinten einfach unlogisch und unglaubwürdig.
Spoiler, bitte markieren:
Schon allein als sie noch in ihren Business-Kostüm mit Piper und Alex rumläuft, begegnet ihr ja Zirconia und nimmt ihre Schuhe. Aber später wundert sie sich keine Sekunde, dass die Lady im Business-Kostüm nicht bei den Wärtern und Josh landet? Ähm….
Und genauso ist es mit dem Krankenpfleger. Ehrlich, was war das denn bitte? Den schien ja gar nicht zu interessieren, dass er sich mitten in einem Aufstand befand. Um ehrlich zu sein hatte ich ja an einen Punkt fast gedacht, dass sich da zwischen ihm und Gloria ne Romanze entwickeln würde…
Aber der Höhepunkt an What-the-fuck war für mich die Handlung um Red und Piscatella. Das eskalierte auf eine Art und mit einem Tempo, für die mir einfach die Worte fehlen. Klar, es sorgt für viel Spannung und Dramatik (und einen absolut nicht zum Rest passenden Ausflug ins Horror-Genre oO). Aber es war so absurd, dass ich das ganze einfach nicht ernst nehmen konnte.

Vermisst hab ich dagegen Stella. Klar, sie konnte in dieser Staffel gar keine große Rolle spielen, es werden ja wohl kaum mitten während einem Aufstand Leute nach Litchfield zurückkehren. Aber ohne viel verraten zu wollen: es gibt eine Szene die im benachbarten Hochsicherheitsgefängnis spielt und in der man auch eine dortige Insassin sieht. Und ich hätte es einfach schön gefunden, dort Stella zu sehen – so als Zeichen, dass die Serie sie nicht komplett vergessen hat.
Aber natürlich gab es auch Leute, deren Entwicklung in der Staffel mir gut gefielen:
Allen voran Taystee, die einfach nur großartig war. Ihre Handlung war das absolut beste an der ganzen Staffel. You rock, girl! Und Nicki und Lorna sind zusammen so niedlich.

Insgesamt fand ich die Staffel leider deutlich schlechter (wohlgemerkt schlechter, nicht schlecht) als die vorigen. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass sie sich auf einen viel kürzeren Zeitrahmen beschränkt und dadurch alles schneller passieren muss , aber die Entwicklungen verliefen für mich oft gekünstelt dramatisch und teilweise einfach absurd unrealistisch.
In der nächsten Staffel wird das hoffentlich besser. Und wer weiß, vielleicht geschieht ja endlich ein Wunder und Piper wird endlich mal entlassen!
(ich hab gerade mal nachgeschaut: ich hab schon im Review zu Staffel 3 spekuliert, dass ihre Strafe doch bald vorbei sein müsste. Hahaha…. xD)

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{Gesehen} American Gods – Season 1

Quelle: imdb.com

Worum geht es:
Shadow is a man with a past. But now he wants nothing more than to live a quiet life with his wife and stay out of trouble. Until he learns that she’s been killed in a terrible accident. Flying home for the funeral, as a violent storm rocks the plane, he is greeted by a strange man in the seat next to him. The man calls himself Mr. Wednesday, and he knows more about Shadow than is possible. He warns Shadow that a far bigger storm is coming. And from that moment on, nothing will ever be the same.

Trailer:

Eckdaten:
Sender: Starz
Jahr: 2017
Staffel: 1, eine weitere ist bereits bestellt
Anzahl Folgen/Staffel: 8
Laufzeit einer Folge: etwa 60 Minuten
Schauspieler: Ricky Whittle, Emily Browning, Ian McShane, Pablo Schreiber, Gillian Anderson, Crispin Glover, Yetide Badaki, Bruce Langley, Orlando Jones, Omid Abtahi

Meine Meinung.
Hach, was war ich auf diese Serie gespannt, sind doch vor und hinter der Kamera so viele tolle Leute beschäftigt. Man merkt der Serie sehr an, dass Bryan Fuller daran beteiligt ist – gerade manche visuelle Entscheidungen haben mich sehr an Hannibal erinnert. Aber hey, hier muss man sich wenigstens keine Gedanken machen, ob es wirklich so schlau ist eine Folge zu sehen und gleichzeitig was zu essen 😀

Das Serienformat bietet wirklich den idealen Raum um auf die Buchhandlung aufzubauen und ihr Zeit zu geben sich auch in neue Richtungen zu entfalten. So gibt die erste Staffel nur einen Bruchteil des Buches wieder (für Kenner: Shadow und Co sind nach einer Staffel noch nicht mal im House on the Rock angekommen), dafür erfährt man aber deutlich mehr über manche Personen beziehungsweise es kommen einige auch neu dazu.

Am meisten profitieren davon Laura Moon und Mad Sweeney. Mit beiden konnte ich damals in der Lektüre kaum was anfangen und auch noch vor der Serie hatte ich so meine Zweifel. Pablo Schreiber als Leprechaun konnte ich mir so gar nicht vorstellen. Nun ja, gäbe es Zeitreisen würde ich gern mal zu meinem Vergangenheits-Ich reisen und mir sagen, dass es ein Depp ist.
Die beiden haben sich in dieser Staffel zu meinen absoluten Lieblingen entwickelt und teilweise war ich regelrecht enttäuscht, wenn sich die Serie anderen Charakteren zuwandte. Ehrlich, die Serie könnte sich für die nächsten drei Staffel nur auf die beiden und ihr Gezanke konzentrieren und ich würde mich nicht einmal beschweren.

Wobei die natürlich auch meist sehr toll waren. Allen voran natürlich Gillian Anderson, allein wegen deren verschiedenen Kostümierungen sich die Serie schon lohnt. Aber auch sonst.
Die einzigen Figuren, die ich nicht so super fand, waren Shadow und Bilquis. Wobei bei letzterer eher das Problem ist, dass sie ihre eigene Handlung hat, fast komplett ohne Zusammenhang zu der Haupthandlung um Shadow und es wirkte auf mich wie ne Serie in ner Serie. Das wird vermutlich in Staffel 2 besser, da wird sie wohl mit Wednesday zusammentreffen und alle Handlungen zusammenlaufen, aber hier hatte es für mich etwas von einem Fremdkörper. Wobei das, wie gesagt, weniger an Bilquis lag. Die ist nämlich an sich sehr interessant und außerdem auch als Liebesgöttin auch sehr sexualisiert dargestellt, aber auf eine sehr respektvolle Weise.
Und Shadow ist einfach sooo naiv, dass hat mich genervt. So viele Andeutungen und er kapiert trotzdem null?

Inhaltlich steht – sehr überraschend bei dem Titel – Religion / Glaube beziehungsweise noch viel mehr Verehrung und Anbetung im Fokus. Und zwar religionsübergreifend. Egal ob alte Götter oder Gotteskinder oder die neuen Götter wie Medien oder Globalisierung, sie alle wollen Aufmerksamkeit. Und zwar bitte auch nur sie. Womit Konflikte vorprogrammiert sind. Auch wenn sie sich in der Staffel hier nur sehr langsam abzuzeichnen beginnen.

Dabei geht es aber auch wirklich um Amerikanische Götter. Was passierte mit dem Leprechaun, als halbverhungerte Iren nach Amerika ausgewandert sind? Es entsteht eine neue Version, eine amerikanische. Deren Ursprung ist noch erkennbar aber trotzdem ist es etwas eigenständiges. Und ich finde diese Interpretation einfach klasse. Götter sind nicht etwas starres unveränderbares, sondern sie entwickeln sich weiter entsprechend dem Glaube an sie. Und wenn niemand mehr an sie glaubt…. nun jaaa. Dazu passend: den amerikanischen Versionen von Jesus (ja es gibt verschiedene) geht es blendend, der afghanischen eher nicht.

Und mit dieser Veränderbarkeit greift Gaiman (als Buchautor und Producer der Serie) auch das Thema der Immigration auf. In so ziemlich jeder Folge gibt es am Anfang eine „Coming to America“-Sequenz, in der die Geschichte eines Gottes und seine Ankunft in Amerika erzählt wird. Und auch wenn diese Sequenzen meist kaum einen Bezug zu der eigentlichen Handlung hatten, fand ich sie immer sehr beeindruckend und unglaublich gut gemacht.

Meh, ich will Staffel 2 haben! Ich vermiss Laura schon jetzt.

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{12 Monate} #5

Ich glaube, seit dem letzten Monat hat sich ziemlich genau nichts geändert….

Vormonate:
Februar
März
April
Mai

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{Gesehen} One Day at a Time – Season 1

Quelle: imdb.com

Worum geht es:
Penelope Alvarez, a newly single Army Nursing Corps veteran is raising her two children: Elena and Alex with the support of her colorful Cuban mother, Lydia. She is currently a nurse for Dr. Leslie Berkowitz, that provides her with a regular shift so she can return home to her loving family at the end of the day. However, being back for Penelope has been difficult as she faces a lot of unresolved issues from her time in the Army. She has not been in contact with her estranged husband, Victor Alvarez, who is also an Army veteran. He is an alcoholic with Post-Traumatic Stress Disorder and a Traumatic Brain Injury, that is working for a private contractor in Afghanistan, which is what made Penelope leave him and choose to raise her children alone.

Trailer:

Eckdaten:
Sender: Netflix
Jahr: 2017
Staffel: bisher 1, eine zweite ist aber bestellt
Anzahl Folgen/Staffel: 13
Laufzeit einer Folge: etwa 30 Minuten
Schauspieler: Justina Machado, Rita Moreno, Isabella Gomez, Marcel Ruiz, Todd Grinnell, Stephen Tobolowsky

Meine Meinung:
Es ist doch gut, dass ich schon fast automatisch jeden Trailer schaue, den Netflix veröffentlicht. Sonst hätte ich diese kleine Comedy-Perle sicherlich verpasst. Es ist das Reboot irgendeiner alten Serie, von der ich vorher auch noch nie gehört habe, allerdings scheint nur das absolute Grundgerüst übernommen worden zu sein.

Aber was ist nun so toll an One Day at a Time?

Nun das fängt schon mal mit dem Intro an beziehungsweise dem Song von Gloria Estefan, der a) einfach super die Atmosphäre der Serie wiedergibt und b) abartige Ohrwurm-Qualitäten hat – ich hab ab der zweiten Folge fröhlich mitgesungen und das Intro nie übersprungen.

Weiter geht es mit der Familie Alvarez (+ dem inoffiziellen Familiemitglied / Vermieter / walking white male privilige Schneider), die so unendlich sympathisch-durchgeknallt sind. Und die Schauspieler haben – bis auf Schneider natürlich – auch einen südamerikanischen Hintergrund, was ja alles andere als selbstverständlich ist. Aber was ich noch wichtiger fand, sie sind nicht die typischen Comery-Versionen von alleinerziehender Mutter, Teenie-Tochter und Teenie-Sohn sowie Grandmother.
Elena, die Tochter und oh so, so sehr mein absoluter Liebling der Serie, ist Feminist, sucht noch ihre Sexualität (und Gott ist dieser Handlungsfaden so großartig und einfühlsam und alles andere als für billige Lacher gemacht) und ist allgemein an social justice interessiert.
Und Penelope war als Krankenschwester (oder so ähnlich, halt Soldat in irgendeiner medizinischen Kapazität) im Krieg (Afghanistan? Iran? Wo spielen sich die Amis noch auf?) und leidet unter den Folgen. Körperlich durch eine Schulterverletzung aber auch seelisch.
Und Lydia ist einfach ein Unikat, das man mögen muss.

Last but definitely not least die gelungene Mischung aus Humor und der ernsten Betrachtung von Themen – ich hab es bei den Damen ja schon angedeutet, jeder in der Serie hat durchaus auch Probleme. Schneider und Alex auch, aber ich wollte nicht auf alles eingehen. Und die Serie nimmt die auch wahr und behandelt sie auch. Durchaus auf einer humorvollen Ebene (so zum Beispiel <3), aber auf eine respektvolle und sehr niveauvolle Art. So soll das sein. Und so ganz nebenbei lernt man noch so einiges über Kubas Geschichte – schon mal von der Operation Peter Pan gehört?.

Anschauen! Ideal für die nächste Sommernacht, in der es eh zu warm zum Schlafen ist.

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{Gesehen} Wonder Woman

Quelle: imdb.com

Worum geht es:
Before she was Wonder Woman, she was Diana, princess of the Amazons, trained to be an unconquerable warrior. Raised on a sheltered island paradise, when a pilot crashes on their shores and tells of a massive conflict raging in the outside world, Diana leaves her home, convinced she can stop the threat. Fighting alongside man in a war to end all wars, Diana will discover her full powers and her true destiny.

Trailer:

Eckdaten:
Jahr: 2017
Land: USA
Laufzeit: etwa 141 Minuten
FSK: 12
Darsteller: Gal Gadot, Chris Pine, Connie Nielsen, Danny Huston, David Thewlis, Lucy Davis, Elena Anaya, Robin Wright

Meine Meinung:
Ich hab zu Wonder Woman als Figur so gar keine Beziehung und die Trailer fand ich auch nicht sonderlich umwerfend. Das ging für mich mehr in die Richtung ‚ganz nett, kann man irgendwann vielleicht mal als VoD sehen‘. Wäre da nicht Kevin Feige.
Ja, der Marvel-Typ. Der ist schuld, dass ich nen DC-Film im Kino gesehen hab.
Denn der hat jahrelang auf die Frage nach einem Film über Captain Marvel oder Black Widow oder sonst irgendeine weibliche Figur immer (sinngemäß!) geantwortet, dass er das ja total super fände und da voll dafür wäre, aber Marvel hat die nächsten zehn oder so Jahre ja schon komplett durchgeplant undwenn überhaupt, dann erst danach. Joa, und dann kommt Sony mit den Rechten für Spiderbaby um die Ecke und schwupps ist es auf einmal gar kein Problem das Ganze durcheinander zu wirbeln – und ganz nebenbei Captain Marvel um Jahre nach hinten zu schieben, reinster Zufall gaaaaaanz bestimmt. Und dass hat mich so angekotzt, dass ich mir geschworen hab, bei jeder Comicverfilmung mit weiblicher Hauptfigur ins Kino zu gehen. Und so unwahrscheinlich es leider ist, ich würde mich so sehr freuen, wenn Wonder Woman erfolgreicher als Spiderbaby wäre.

Aber zurück zu dem Film *atmet tief durch* Wie gesagt ich bin mehr aus Prinzip und Trotz im Kino gewesen und nicht weil ich so auf den Film gespannt war. Dementsprechend gering waren auch meiner Erwartungen. Und das war auch recht gut so. Denn Womder Woman ist für mich irgendwo zwei Filme in einem gemischt und die Mischung will sich nicht recht verbinden.

Zum einen sind da Teile, die typisch Superhelden-Story sind. Dianas Herkunftsgeschichte als Amazone, von Zeus geschaffen, blabla. Abgesehen davon, dass die Szenen auf Themyscira halt viele badass Frauenfiguren hatten und Diana als Kind ein super sympathischer Wildfang und nicht die typische Prinzessin ist, fand ich den Handlungsteil nicht besonders fesselnd. Ich war viel mehr damit beschäftigt zu rätseln, ob die Inseln echt so einladend aussieht oder da in der post-production viel neachgeholfen wurde und wenn ersteres, wie viel ein Urlaub da wohl kosten würde.
(FYI Google beantwortet die Frage mit Ja, sehr viel CGI, aber der Drehort war an der Costiera Cilentana (Italien zu meiner Überraschung) und sieht sehr einladend aus).  Insgesamt fand ich aber die ganzen Superhelden-Elemente des Films eher durchschnittlich und sie haben mich nicht vom Hocker gerissen. Nicht schlecht gemacht oder irgendwas und Gadot ist super überzeugend als Wonder Woman, aber es hat mich einfach nie wirklich fesseln können.

Und dann ist da noch der andere Teil, in dem sich der Film zu einem ernsten, bedrückenden Kriegsfilm über den „war to end all wars“ (hat super geklappt, ne?) entwickelt und ich will jetzt nicht sagen, dass ich davon begeistert war, weil das ist einfach die falsche Bezeichnung bei der Thematik. Aber es hat etwas in mir angesprochen und ich hab mich in den drei Tagen, die vergangen sind, seit ich den Film gesehen habe, so viel in Gedanken mit diesen Szenen beschäftigt, wie bei schon lang keinem Film und ganz bestimmt bisher bei keiner Comicverfilmung.
Das war etwas, dass ich hier bei Wonder Woman absolut nicht erwartet hatte. Ich will jetzt gar nicht beurteilen wie realistisch die Darstellung des Ersten Weltkrieges war, aber ich fand die Schrecken und unmittelbaren Auswirkungen von Kriegen aber auch seine Komplexität wurden anhand dieses einen kleinen Ausschnittes eines viel größeren Krieges sehr gut und unmittelbar dargestellt. Da war ich dann auch völlig von dem Film gebannt und auch emotional sehr angesprochen.

Es gab noch andere Punkte bei dem Film, die ich sehr gelungen fand, wie die sehr diverse Zusammenstellung des Casts und auch der Rollen. Zum einen gibt es allein durch die Amazonen auf Themyscira viele Frauenrollen und wenn ich es richtig in Erinnerung habe, sahen die auch nicht alle aus wie Griechinnen/Südeuropäerinnen. Und zum anderen taucht später im Weltkrieg auch mal ein französch-marokkanischer Trickbetrüger und ein amerikanischer Ureinwohner auf, ohne dass das groß thematisiert wurde. Und das find ich toll. Und dann ist da noch Isabel Maru, die ebenfalls weibliche Gegenspielerin von Wonder Woman. Ich find es super, dass auch diese Rolle weiblich besetzt wurde, hätte aber gehofft, dass sie doch mehr Bedeutung bekäme als sie schlussendlich hatte. Da wurde meiner Meinung nach einiges an Potential verschenkt (ich dachte ja lange, dass sie die Verkörperung der von Diana so gesuchten Person wäre, das hätte ich großartig gefunden).
Andererseits ist da dann noch die Liebesgeschichte zwischen Diana und Steve, die von Anfang an so offensichtlich wie unnötig war. Ich fand sie sogar recht gut gemacht, weil es sich wenigstens etwas über den Film hinweg entwickelt, aber urgh, es muss doch nicht immer eine geben…

Insgesamt fand ich den Film auf der einen Seite dank der eindrücklichen Kriegsszenen viel besser als ich erwartet habe, aber gleichzeitig bin ich doch etwas enttäuscht, dass mich Wonder Woman selbst so überhaupt nicht überzeugen kann.

Ach ja: man braucht übrigens keinerlei Vorwissen über andere DC-Filme um den Film zu verstehen. Es gibt eine Rahmenhandlung, da schickt Bruce Wayne ne Karte und ich wette diese an sich vollkommen überflüssige Handlung wurde nur für genau dieses name-dropping hinzugefügt, aber das war es auch. Der eigentliche Film ist total eigenständig.
Und hat keine mid- oder post-credits-szene. Bis zum Ende sitzen bleiben lohnt sich also höchstens insofern, dass sich dann das größte Gedränge auf dem Parkplatz schon gelegt hat und man sich auf dem Weg zum Auto nicht mehr in Lebensgefahr begeben muss.

Bechdel Test: 3/3 erfüllt
1) es gibt zwei namentlich eingeführte Frauen: Diana (logisch, ne? xD), Etta Candy, Hippolyta, Antiope, Isabel Maru
2) die sich miteinander unterhalten: oh ja
3) über etwas anderes als einen Mann: Thank God yes. So oft und ausführlich. Und zwar nicht nur die Amazonen (auf ner Insel ohne Männer bleibt ihnen ja auch nicht viel übrig :D); sondern auch Diana und Etta in London

*hust* Marvel, take notes*/hust*

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{Gelesen} David Safier: 28 Tage lang

Taschenbuch, 412 Seiten
Rowohlt, 2015
ISBN: 978-3-499-26663-8
Goodreads

Klappentext:
28 Tage…
um ein ganzes Leben zu leben,
um die wahre Liebe zu finden,
um eine Legende zu werden.

Warschau, 1943: Die sechzehnjährige Mira schmuggelt Lebensmittel, um im Warschauer Ghetto zu überleben. Als sie erfährt, dass die gesamte Ghettobevölkerung umgebracht werden soll, schließt sich Mira dem Widerstand an. Der kann der übermächtigen SS länger trotzen als vermutet. Viel länger. 28 Tage lang.
28 Tage, in denen Mira Momente von Verrat, Leid und Glück erlebt.
28 Tage, in denen die sich entscheiden muss, wem ihr Herz gehört.
28 Tage, um ein ganzes Leben zu leben.
28 Tage, um eine Legende zu werden.

Meine Meinung:
Ich hab das Buch spontan irgendwo mitgenommen, weil mich das Cover unheimlich ansprach. Mehr sogar als der Klappentext. Denn eigentlich finde ich, dass über den Zweiten Weltkrieg mehr als genug geschrieben wurde. Oder eher fand ich.

Denn sobald ich angefangen hatte zu lesen konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Mira, die fiktive Hauptfigur in einer leider ganz und gar nicht fiktiven Handlung, ist ein super Charakter. Und das Grauen dieser wenigen Tage, welche der Roman abdeckt, aus ihrem Blickwinkel mitzuerleben, gibt dem Geschehen eine ganz andere Dramatik. Es wirkt nicht mehr länger als eine Vergangenheit, die viel zu ausführlich im Geschichtsunterricht behandelt wird, sondern so lebendig und wenn auch keinesfalls begreifbar, so doch greifbar.

Im Mittelpunkt des Buches steht die Frage, was für ein Mensch man sein will. Eine Frage, die sich viele der Figuren, unter ihnen auch Mira, des Buches stellen. Die sich beim Lesen aber auch automatisch der Leser selbst stellt. Wie hätte man in dieser und jener Situation wohl reagiert? Und wie geht man heute mit den immer lauter werdenden rechtextremen Stimmen um? Wegschauen, helfen oder gar mitmachen? Menschlichkeit bewahren, zeigen oder nicht?

Aber im Grunde ist das Buch vor allem ein Jugendroman, der Mira beim Erwachsen werden begleitet. Mit all den Erlebnissen, die sich bis heute nicht geändert haben: Konflikte mit den Eltern, Konflikte mit Freunden, erste Verliebtheit, sich zwischen zwei Jungs entscheiden zu müssen, herauszufinden, wer man ist und was man will. Und ich denke genau das ist es, was das Buch auch für mich so zugänglich gemacht hat.

In einem Wort: Wow. Es ist schon lange her, dass mich beim Lesen ein Buch so stark und auf so vielen Ebenen angesprochen hat. Für mich eines der Highlights 2017.
Großartig. Und so, so lesenswert.
(und für den Fall, dass hier Deutschlehrer*innen mitlesen: Das ist die Art Lektüre, die ich mir als Schullektüre gewünscht hätte)

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